Richard Bargel in Bestform

Blues-Chansonnier begeistert live und auf Platte

Nach dem Release-Event für das brandneue Album „It’s Crap“ (Meyer Records/Rough Trade, ab dem 7. Februar als CD und LP im Handel) im Alten Pfandhaus zu Köln und den Abstechern nach Fürth und Stuttgart legten Richard Bargel und seine bestens aufgelegte Band Dead Slow Stampede – einen Steinwurf vom Schloss Augustusburg zu Brühl entfernt – fulminant nach. Für einen Abend verwandelte sich die „Galerie am Schloss“ in eine Hochburg aus einnehmenden Charme und mitreißender Musikalität. Zum Glück wird die Tournee weiter fleißig fortgesetzt, die Spiellaune von Bargel und Band kennt da weder Zurückhaltung noch falsche Bescheidenheit.

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

Bargel & Dead Slow Stampede (Meyer Originals)

Bargel & Dead Slow Stampede (Meyer Originals)

Richard Bargel hat fürwahr allen Grund zur Freude: „Es läuft alles super, die Resonanz auf das neue Album und auf unsere Tour übertrifft meine Erwartungen, auch auf internationalem Niveau. Immerhin handelt es sich für mich mal wieder um einen Neuanfang.“ Aber mit Neuanfängen kennt sich das „Blues-Urgestein“ bestens aus, noch zuletzt galt es, das gemeinsame „Men In Blues“-Projekt mit Klaus “Major´´ Heuser für beendet zu erklären. „Ich bin sicher kein Selbstläufer, dafür bereitet es mir viel zu viel Vergnügen, mein Publikum an meiner musikalischen Entwicklung teilhaben zu lassen und es immer wieder auf meine Seite zu ziehen.“

Es liegt Richard Bargel fern, sich innerhalb der engen Grenzen einer puristischen Blues-Philosophie zu bewegen. „Ich habe in den langen Jahren meines Werdegangs zahlreiche Berührungspunkte mit anderen Musikstilen genossen, so etwa mit der Folkmusic. Und all diese Erfahrungen fließen ganz natürlich auch in mein aktuelles Schaffen ein, von daher lasse ich mich gerne etwa auch als Blues-Chansonnier bezeichnen, zumal ich Wert auf originelle Texte lege, deren Themen innerhalb des klassischen Blues-Kanons eher rar gesät sind“, so wie beispielsweise die augenzwinkernde Konsumkritik des Album-Titeltracks, „It’s Crap“.

Mit seiner modulationsreichen Stimme könnte Richard Bargel auch das oft zitierte Telefonbuch zum Besten geben, er wüsste sicher stets vollends zu überzeugen. So wie auch an diesem Abend, an dem seine Stimmbänder erfreulich häufig tiefe und tiefste Gefilde ausloten. Die Eröffnungsnummer „One-way ticket“, eine Komposition aus den neunziger Jahren „in ganz neuem Gewand“ (Bargel), legt einen traumwandlerischen Flow vor, der ab und an gar beatesk-beschwingt, doch überwiegend slowed-down zum Mitreisen verführt und dabei den Wunsch erweckt, die Reise und die mit ihr heraufbeschworenen Bilder mögen kein Ende nehmen. Den scheinbar ruhigsten (düster-besinnlichsten) Momenten liegt dann auch die größte Kraft inne: der gespenstischen Hommage an die „Lady Of The Black Bamboo“, dem lakonisch-resignativen „Stray Cat“ und, zu allerbester Letzt, der John „Bastard“ Spencer-Reminiszenz „Will Your House Be Blessed“.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>