Das neue Album „Wanderlust“

Sophie Ellis-Bextor kommt in die reifen Jahre

Fernweh und Reiselust sind in! Nachdem im vergangenen Jahr schon ihre Landsfrau Polly Scattergood die „Wanderlust“ gepackt hat, macht sich die Engländerin Sophie Ellis-Bextor nun auch auf den Weg zu neuen Ufern. Und meine Güte, was es da alles zu entdecken gibt! Vom Disco-Pop der „Murder On The Dancefloor“-Zeiten hat sich die 34-Jährige längst verabschiedet. Mit ihrem fünften Studioalbum zeigt sie jedoch eine noch wärmere Seite von sich, wirkt reif in Texten und Musik.

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"Wanderlust" von Sophie Ellis-Bextor seit dem 24. Januar im Handel / Foto: Ebgbs

“Wanderlust” von Sophie Ellis-Bextor seit dem 24. Januar im Handel / Foto: Ebgbs

Obwohl Sophie Ellis-Bextor gerade einmal die Mitte 30 erreicht hat, blickt sie bereits auf über 17 Jahre im Musikbusiness zurück. Begonnen hat zwar alles mit der Indie-Band Theaudience, doch erst nach deren Auflösung startete die gebürtige Londonerin so richtig durch. Gemeinsam mit dem italienischen DJ Spiller verbuchte sie im Jahr 2000 ihren ersten Erfolg mit dem Nummer-1-Song „Groovejet (If This Ain’t Love)“. Zwei Jahre später hörte man die markante Stimme wieder, als sie ihren bis dato größten Hit lieferte: „Murder On The Dancefloor“ von ihrem Debütalbum „Read My Lips“.

Danach wurde es stiller um die mittlerweile dreifache Mutter. Trotz generell guter Kritiken konnten ihre späteren Platten an alte Erfolge nicht mehr anknüpfen. Nun überrascht die Britin nach dreijähriger Pause mit einem neuen Album. „Wanderlust“ klingt nicht nur wie aus einem Guss, sondern ist auch so entstanden: Innerhalb von nur zwei Wochen wurden die elf Tracks eingespielt.

Dass wir hier Zeugen von etwas Großem werden, verrät schon der Opener „Birth Of An Empire“, der einen pompös-orchestralen Einstieg in Sophie Ellis-Bextors musikalische Reise auf „Wanderlust“ bietet. Vom träumerischen „Runaway Daydreamer“ über die ruhige Dreivierteltakteinspielung „Interlude“ zum wilden, fast punkigen „13 Little Dolls“ deckt Sophie Ellis-Bextor nicht nur ein breites Spektrum an Melodien und Stilen ab, sondern überzeugt auch mit lebensklugen Texten.

So erzählt das musikalisch an ein Karussell aus den 30er Jahren erinnernde „Love Is A Camera“ einfühlsam von einer alten Dame, die in ihrem Haus voller Fotografien – und Erinnerungen – lebt, denn „life is a camera full of memories“.

Sophie Ellis-Bextor auf musikalischer Reise / Foto: Sophie Muller

Sophie Ellis-Bextor auf musikalischer Reise / Foto: Sophie Muller

Trotz klanglicher Vielfalt sticht ein Track heraus: Die erste Singlekopplung „Young Blood“ ist eine melodisch rundum gelungene Ballade voller Melancholie und Pathos, aber eben auch Hoffnung. Die lebensbejahende Hommage an die wahre Liebe lässt die winterliche Kälte draußen vor dem Fenster vergessen.

Mit ihrem fünften Album schafft es Sophie Ellis-Bextor endlich, sich als reife Singer-Songwriterin zu etablieren. Die sonst so kühle Engländerin wirkt weniger unnahbar und zeigt in Melodien und Texten ihre Fähigkeit, die zarten Facetten des Lebens in Musik zu hüllen. „Wanderlust“ lässt sich also sowohl in traurigen als auch glücklichen Momenten rauf- und runterspielen.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

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