Germanys Next Topmodel – Schokolade zum Abendbrot

Morgen ist es wieder soweit: Heidi Klum sucht in der dritten Folge von Germanys Next Topmodel nach den Meeedchen, die geeignet sind, Lena Gercke, Luisa Hartema und Co. als neues Topmodel ins Gedächtnis-Nirvana zu folgen.

Denn seien wir mal ehrlich: wer von den Fernseh-Zuschauern interessiert sich nach Ablauf der Show noch für die mit vielem Brimborium gewählte Erstplatzierte, wenn sie nicht mit Skandalen auf sich aufmerksam macht?

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Spätestens ein paar Wochen danach sorgen wieder andere Shows für Gesprächsstoff: Dschungelcamp, Bachelor, Bauer sucht Frau und wie sie alle heißen. Doch gerade sind halt wieder die Topmodels aktuell. Und ich kann mir nicht helfen: diese jungen Dinger tun mir leid!

Germanys Next Topmodel 2013 / Quelle: lil'_wiz (flickr)

Germanys Next Topmodel 2013 / Quelle: lil’_wiz (flickr)

Die Jüngste gerade mal 16, sind diese Teenies ganz normale Mädchen (ich verzichte hier mal auf Heidis langgezogenes eeee), die aber teilweise schon in der Grundschule mit dem Topmodel-Virus infiziert wurden.

„Mein gröööößter Traum ist es, Topmodel zu werden!“ Wenn ich das schon höre, möchte ich diese hübschen, reizenden jungen Damen am liebsten schütteln und ihnen zurufen: „Bitte! Tut euch das doch nicht an! Ihr seid viel zu wertvoll, viel zu cool, viel zu toll, um euch so zu verkaufen!“ Na ja, sie tun es trotzdem und hoffen auf die ganz große Karriere als Model, auf das große Geld, auf Ruhm und Glamour. Was sie aber stattdessen bekommen ist ein gewaltsames Entreißen aus ihrer Kindheit, aus ihrer Jugend in die harte, nackte Welt des Modebusiness, wo nur der durchkommt, der keine Skrupel hat.

Ich denke da nur an die erste Folge der jetzigen Staffel, in der ein Mädchen das „freizügige“ Kleid nicht anziehen wollte (es bestand aus fünf Zentimeter großen Häkelmaschen!), tatsächlich ein anderes bekam, dann aber prompt rausflog. Natürlich war das ein gaaanz großer Zufall, dass gerade sie gehen musste!! Wer sich nicht anpasst und nicht alles, aber auch wirklich alles mit sich machen lässt, hat bei solch einer Show nichts zu suchen!

Krass ist aber auch mal wieder, wie auffällig der Zuschauer gelenkt wird, was Sympathien angeht. Just in dem Moment, wo Kirchenmädchen Jaqueline schüchtern verkündet, dass sie weiter ist, wird ein skeptischer und argwöhnischer Blick einer Mitstreiterin reingeschnitten. Wirklich so passiert oder doch eher Lenkung des Zuschauers à la „Jaqueline spielt die Rolle der Langweiligen, Schüchternen, mal sehen, ob wir aus dem Aschenputtel noch eine Prinzessin machen können“? Ich glaube eher an Letzteres.

Der Unterschied zwischen den Mädels vor und nach der Show ist bemerkenswert: vorher waren sie wirklich noch die netten Mädchen von nebenan (natürlich auch mit den normalen Macken!), im Laufe der Show entwickeln sie sich mehr und mehr zu Masken ihrer selbst, und vom ursprünglichen Menschen ist entweder nichts mehr übrig oder wird nichts mehr gezeigt.

Allein schon aus Protest schaue ich mir die Show deshalb dann auch nur bewaffnet mit viel Schokolade und Chipstüten an. Vielleicht bekommen die Mädels ja ein bisschen Schoko-Duft in ihre Nase und setzen sich zu mir aufs Sofa – ungeschminkt und in Jogginghose.

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Eine Antwort auf Germanys Next Topmodel – Schokolade zum Abendbrot

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