Ergreifendes Konzert in Kölner Wohngemeinschaft

Mister And Mississippi – melodische Lebensfreude á go-go

Bei ihrem Gastspiel zu Köln (Wohngemeinschaft) haben sich Mister & Mississippi wahrlich mit Ruhm bekleckert. Anstatt das mit handzahmen Post-Rock/Shoegaze-Sprengseln versehene, selbst betitelte Folk-Album (V2 BeNeLux / H’art Distribution / Popup) einfach nur korrekt und ganzwegs sauber vorzuspielen, rückten sie sich mutwillig in die Nähe von aufs Wesentliche reduzierten Sigur Rós, – und weiteren, von ihnen auch auf mehrfache Nachfrage hin unbekannten Bands, die als Referenz herzuhalten hätten, so M&M nicht traumwandlerische Einzigartigkeit für sich in Anspruch nähmen –  elastische Statik.

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Moment In Time: Mister And Mississippi (Stephan Wolf)

Moment In Time: Mister And Mississippi (Stephan Wolf)

Gebürstete Perkussion auf einem in Ehren gealterten Überseekoffer, ein- bis dreistimmiger Gesang ohne Stromverstärkung, Gitarren (Tom Boshuis & Danny van Tiggele) auf Marke Rickenbacher gestimmt, ohne aus jener Manufaktur zu stammen. Das sind nur Beispiele für die sämtliche Erwartungen zerstäubende Präsenz von Mister & Mississippi. Maxima Berlag (Gesang, Perkussion, Harmonium, Klavier uvm.) gibt unumwunden zu, dass das hingegen Album eine Spur zu gefällig und glatt geraten sei. „Wir wollten erst einmal nicht zu viel riskieren“, skandiert Samgar L. Jacobs, „beim zweiten Mal werden wir so sein, wie wir sind“.

Sämtliche Versuche, Mister and Mississippi auf Referenzen zu ziehen, laufen ins Leere: sogar die Landsleute, die sich ab und an zum Vergleich aufdrängenden „Nits“ wollen nicht gekannt sein (aber das kaufe ich M&M nicht ab, wahrscheinlich sind sie schon zu oft auf die bekannsteste Band der gemeinsamen Heimatstadt angesprochen worden. Auch die Finnen von „Delay Trees“, wollen sie nicht kennen (die spielen ja auch auf Marke Rickenbacher).

Von dem vielleicht zu erwartenden, gediegenden und post-rockig unterwanderten Folkrock (der Platte) in der Wohngemeinschaft kaum eine Faser: Mister & Mississippi spiel(t)en einen eigenständigen Mix aus Post-Dreampop, Shoegaze und Songwritertum, vor dem man sich nur dankend verneigen konnte. Und dazu noch die Stimmen von Maxima, Samgar und Danny (dem die Freude am Aufspielen am allerdeutlichsten anzumerken war), – sie erinnerten an Antony, der ja auch sein Publikum gerne auffordert, einmal die Augen zu schließen oder mitzusummen.

Großartiges Konzert einer Band, die hoffentlich schon bald neues Material veröffentlichen wird. Jullie krijgen de groetjes!

http://www.misterandmississippi.nl/en/tour/

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