Puhdys‘ Dieter Mirr mit Soloalbum

Maschine schreibt Musikgeschichte(n)

Donnerwetter! Am 14. März legt Dieter Murr, besser bekannt als „Maschine“ und Frontmann der (ost-) deutschen Rock-Urgesteine Puhdys sein zweite Soloalbum vor, schlicht und ergreifend selbstbetitelt („Maschine“, Heart Of Berlin / Universal). Fast zeitgleich zu seinem 70. Geburtstag (am 18. März). Zu beglückwünschen ist er schon jetzt – für eine Produktion auf Augenhöhe mit deutschpopschlagerrockiger Aktualität, gerade auch bei seinen ausgesuchten Rückgriffen auf die eigenen Glanztaten aus viereinhalb Dekaden („Geh zu ihr“, „Wenn ein Mensch lebt“, das „Lied für Generationen“, und „Lebenszeit“, eingesungen mit dem City-Sänger Toni Krahl).

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Ein Mann namens Maschine (Heart Of Berlin / Universal)

Ein Mann namens Maschine (Heart Of Berlin / Universal)

Mal ganz davon abgesehen, dass es verdammt schwerfällt auch nur einen Favoriten hervorzuheben (jeder Titel ein Treffer!), schreibt Dieter „Maschine“ Birr auf seiner Glanzleitung Musikgeschichte(n). Die Duette mit Wolfgang Niedecken („Leben ist kurz“, „Was wussten wir denn schon“) beschließen einen langjährigen Annäherungsprozess. Nostalgisch, aber nicht blauäugig wird an die nicht gerade unproblematischen Hintergründe der Verbundenheit der Puhdys mit BAP vor der Wende erinnert: 1984 sprangen die Puhdys im Palast der Republik für die Kölner Politrocker ein, nachdem diese ihren Auftritt platzen ließen (oder platzen lassen mussten). Ein Lied der Freundschaft und potentiell die inoffizielle Hymne zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, sehr schön.

Ferner gilt es auf ein weiteres Duett, „Regen“ – mit Julia Neigel – hinzuweisen. Doch den Vogel auf der für Maschine nach oben offenen Güteskala schießt der Ausklang „Wirst du für mich da sein“ ab. Hier wird der gute Mann gesanglich von seiner achtjährigen Enkelin Annabell unterstützt, die ihrem Opa in Sachen Ausdruck schon jetzt das Wasser reichen kann. Warum auch nicht, es bleibt ja in der Familie! Also noch ein Lied der Freundschaft, noch eine Nuance ansprechender als „Was wussten wir denn schon“.

So, und da nun doch acht von elf Liedern des Albums hervorgehoben wurden, bleibt festzuhalten: Wer hat es nötig Favoriten hervorzuheben, wenn doch das gesamte Werk vor lauter Frische und entschiedener Lebensbejahung nur so strotzt?  „Boote der Jugend“, „November im Mai“ und „Du hast schuld, dass ich dich liebe“ sind auch auf Anhieb überzeugende Nachweise der Funktionstüchtigkeit der „Maschine“. Jetzt wären wir komplett. Da hat also auch der Produzent Ingo Politz (Silbermond, Silly) ganze Arbeit geleistet. Auf die, na sagen wir mal, mindestens dreißig nächsten Jahre, werte Maschine!

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