Argentinier und Jesuit: Franziskus I. ist neuer Papst

Wir haben einen neuen Papst. Na ja, der Richtigkeit halber sollte ich schreiben: die Katholiken haben einen neuen Papst. Er ist Argentinier und heißt Jorge Mario Bergoglio, seit gestern nennt er sich als neues Oberhaupt der katholischen Kirche Franziskus I. Und ja: auch die Zeiten der Kirche ändern sich, erfüllt der Südamerikaner doch in mehreren Hinsichten die Rolle eines Pioniers.

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Der Vatikan in Rom - Quelle: Janine Pohl (Wikimedia)

Der Vatikan in Rom hat ein neues Oberhaupt – Quelle: Janine Pohl (Wikimedia)

Er ist er erste Papst, der einem freiwillig zurückgetretenen Papst auf den Thron folgt – bei Papst Coelestin V. ist umstritten, ob er 1294 sein Amt aus freien Stücken aufgab oder von seinem Nachfolger dazu gedrängt wurde – Franziskus I. ist der erste Papst, der aus Lateinamerika stammt, der erste jesuitische Papst und der erste, der bei seinem Amtsantritt Humor zeigte. Zum ersten Mal bat ein Papst die ihm zujubelnden Menschen auf dem Petersplatz in Rom, zuerst für ihn zu beten, bevor er ihnen den Segen zusprach.

Alle Zeichen stehen also auf Neubeginn. Beeindruckend ist, dass Bergoglio ganz im Sinne des Armutsgelübdes der Jesuiten auf Prunk und Ruhm verzichtet – er lässt sich z.B. nicht in der Limousine kutschieren, sondern nimmt mit allen anderen zusammen den Bus. Da nimmt man ihm die Nähe zum Volk glatt ab.

Franziskus I. wirkt während seiner ersten Ansprache sehr sanft, in sich ruhend, nicht abgehoben. Als hätte er schon hundertmal eine Ansprache als Papst gehalten.

Die Presse berichtet natürlich schon eingehend darüber, dass seine Haltung zur Sexualmoral sehr konservativ ist. Die Rolle der Frau in der Kirche, Homosexualität, Verhütung, alles heiße Eisen, die der Papst nun anfassen muss – und die Welt wird gespannt zuschauen. Nicht zu vergessen all die Missbrauchsskandale, die die katholische Kirche in der Vergangenheit erschüttert haben.

Man wird sehen, wie er damit umgeht. Ob er etwas bewegen wird. Wie das Verhältnis zwischen altem und neuen Papst sein wird – ein erster Besuch ist schon geplant.

Mir hat ja am alten Papst, Benedikt XVI., gefallen, dass er so Jesus-zentriert war, gar nicht so sehr seine eigene Person in den Mittelpunkt gerückt hat. Zumindest habe ich das als Nicht-Katholikin so wahrgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass Franziskus I. einen Teil der hohen Erwartungen erfüllen kann, die an ihn herangetragen werden. Sympathisch ist er schon mal.

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