Goodies aus dem Hause Danse Macabre

Opioids, Schultz und Ari

Nachdem Eigner Bruno Kramm zuletzt mit den Alben von Stoneman, Oberer Totpunkt oder auch A Pale Moon seinem Label Danse Macabre zu neuem Glanz verholfen hat, stehen nunmehr drei weitere Veröffentlichungen an, die das immens hohe Niveau locker aufrecht erhalten. Erstaunlich ungewöhnlich bleibt die bunte Mischung, die vor Subszenegrenzen keinen Halt macht. Und nun zu den Einzelheiten.

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Basslinien aus Tel Aviv: Opioids (Danse Macabre/ Alive)

Basslinien aus Tel Aviv: Opioids (Danse Macabre/ Alive)

Bereits erschienen ist das Debüt von Oploids aus Tel Aviv. Israel assoziiert man in Szenekreisen ja allenfalls mit Minimal Compact (da ist mal wieder ein „Rausgekramt“-Beitrag fällig …), doch das politisch Brisante gehört auf eine anderes Blatt. Was als Batcave-Nostalgie auf „Temporary Phase“ beginnt, steigert sich Stück um Stück bis eine schmutzig aggressive Haltung erreicht wird, die unweigerlich an Wendy O‘ Williams, bzw. die Plasmatics zu Zeiten von „New Hope For The Wretched“ gemahnt. Da ist Dreck im Kessel, und dies – rein musikalisch betrachtet – unabhängig davon, ob es sich um den Gaza-Streifen oder um den von Kassel handelt.

Nicht besser aber anders: Schultz (Danse Macabre/Alive)

Nicht besser aber anders: Schultz (Danse Macabre/Alive)

Der Franzmann Schultz präsentiert ab morgen mit „Animals Are Better Than Humans“ (der Titel verrät in seiner Plumpheit die Nationalität des Urhebers) ein imperativ zwingendes Album zwischen Minimal und Industrial. Ja, ein deutlich gereifter ausgefallenes Album, im Vergleich etwa mit den jüngsten Veröffentlichungen, wie sie etwa von einem auf genannte Spielarten spezialisierten Label wie Hands dargeboten wurden (Wieloryb, Nullvektor). Da war Bruno Kramms feines Näschen wieder mit in der Lotterie. Gemeinsam mit der Performancekünstlerin Vdrey ist Schultz auch als Live-Act unterwegs, Termine werden nachgereicht. Thematisch geht es um Massentierhaltung und dem generellen Verhältnis zwischen der Krone der Schöpfung und dem Rest. Das erweckt Erinnerungen an die „Aesthetic Meat Front“, die jedoch rhythmisch wesentlich weniger versiert zu Werke gegangen ist.

Sieht gut aus, klingt noch besser: Ari (Danse Macabre/Alive)

Sieht gut aus, klingt noch besser: Ari (Danse Macabre/Alive)

Aus den Staaten kommt Ari Mason. Mit ihrem Album „Neuropathy“ (ab morgen erhältlich) zelebriert die klassisch geschulte Sängerin als Ari eine veritable Hommage an die schönsten Momente des Synthpops. Ersparen wir uns die Vergleiche, sie sind Legion. Doch Ari Mason temperiert ihre Stimme so wohl dosiert, die Kompositionen entfallen so unaufdringlich ergreifend, dass sie in Zukunft sicher eine breite Zuhörerschaft erreichen wird. Sanftes Schwelgen in gelinder Melancholie ist angesagt. Wer auch nur eine Platte des „Projekt“-Labels anno Neunziger Jahre besitzt und gerne hört, der kommt an Ari kaum vorbei. Einfach schön!

dansemacabre.de

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