Amphi Festival – 3. Vorbericht

Früh aufstehen lohnt sich

Man kennt das: Die Tore zum Festivalgelände öffnen sich und so nach und nach trudeln die Gäste ein, während auf den Bühnen bereits mächtig was los ist. Da macht das Amphi am Kölner Tanzbrunnen keine Ausnahme, schließlich beginnt das Live-Programm an beiden Tagen (26. / 27. Juli) bereits um High Noon (was insbesondere am Sonntag, nach womöglich durchtanzter Nacht, reichlich früh erscheinen mag). Aber auch in diesem Jahr heißt es auf dem Amphi wieder: „Der frühe Gruft mahlt zuerst“ oder so. Die diesjährigen „Eröffner“ im Überblick.

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

Die Allerersten: The Juggernaut (amphi-festival.de)

Die Allerersten: The Juggernaut (amphi-festival.de)

Am Samstag um Punkt 12 werden die belgischen Post-EBM-Innovatoren The Juggernauts zum Auftakt des Festivals ihre wilden Weisen mit großer Geste in die ersten Reihen der Wachsamen vor der Open Air Hauptbühne schleudern. Ihnen sei ein ebenso überraschend großes Interesse gegönnt wie den sich anschließenden Dark Wave-Rockern She Past Away aus der Türkei. Und das nicht (nur) aufgrund ihres vermeintlichen Exotenbonus.

Denn ihr Debutalbum „Belidri Gece“ wurde in Kritikerkreisen bereits als Aushängeschild von Hoffnungsträgern bezeichnet. Also wird es sich die Band sicher nicht nehmen lassen, in Köln vor kundigem Publikum diese Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen. Ein Pflichttermin für Fans von Sisters, Cure und Joy Division (also quasi für alle!) so gegen 12:50 Uhr.

Im Staatenhaus nebenan geht es gegen halb 1 los, mit Phosgore, die eine ganz besonders heiße Hölle auf Erden angekündigt haben. Mit gnadenlosem „Rumms-Bumms“-Cyber-Electro, der zwar keine Gefangenen macht, aber umso mehr bereitwillige Opfer zeitigen sollte.

Zurück in der Heimat: Centhron (amphi-festival.de)

Zurück in der Heimat: Centhron (amphi-festival.de)

Und doch gilt es, sich die Kräfte gut einzuteilen. Denn auch die soeben von einer umjubelten US-/Mexiko-Tour heimgekehrten Centhron versprechen nicht das Blaue vom Himmel sondern blaue Bohnen voll in die Fresse. Wer etwa Combichrist im Line-up des Festivals vermissen sollte, gehört genau hier her, ab halb 2.

Ob am Sonntag noch Zeit für den Kirchgang bleibt? Für die Messe im Dom jedenfalls nicht, denn zur Mittagszeit spielt die slowenische Wave-Band Torul auf, mit gleich drei hervorragenden Alben im Gepäck, dem Erstling „Dark Matters“, dem Nachfolger „In Whole“ und dem aktuellen „Tonight We Dream Fiercly“. Eigenständigkeit, Variabilität und Leidenschaft werden bei Torul groß geschrieben, so groß, dass sie zu verpassen nur von Kleingeistigkeit zeugen kann. Wozu gibt es Vorabendmessen (siehe Festivalprogramm Samstag)?!

Wenn das der Dr. Mark Benecke sieht ... Jan L. (Noiseuf-X) und Freunde (amphi-festival.de)

Wenn das der Dr. Mark Benecke sieht … Jan L. (Noiseuf-X) und Freunde (amphi-festival.de)

Mit der Hannoveraner Dark Rock-Band samt NDH-Einschlag, Unzucht, dürfte es anschließend höchst emotional aufpeitschend weitergehen. Die hymnischen Songs („Kleine geile Nonne“), die Daniel „Der Schulz“ Schulz und seine Mannen voller Kraft und Aufbegehren kredenzen, dürften auch noch den letzten Rest Altkajal aus den Augenwinkeln schlagen. Als bewährte Festival-Pusher wissen Unzucht schon längst ganz genau, wie das und noch so vieles mehr geht, auch zur fortgeschrittenen Mittagszeit.

Das Staatenhaus wird um 12:30 unter den Tiefbässen eines gewissen Jan L. erbeben, der sich nicht zu schade ist, mit seinem allseits beliebten Paradeprojekt Noiseuf-X das Indoor-Inferno zu eröffnen. Warum auch nicht, schließlich offeriert sein neuer Output „Invasion“ die reinste Erbauung für alle Freunde rhythmischen Ohrensausens. In dulce jubilo, kommet alle und seit froh, denn es wird noch ein langer Tag, der motivierender und fordernder zugleich kaum ausfallen könnte. Auspennen könnt ihr doch montags auf der Heimreise oder auf der Arbeit.

Wachmacher:

The Juggernauts, „Infected“
youtube.com/watch?v=YTZUJGts8Z0

She Past Away, „Asimilasyon“
youtube.com/watch?v=5OsETaZhBzE

Phosgore, „Demon Core“
youtube.com/watch?v=sB_oO_vnD8g

Centhron, „666“
youtube.com/watch?v=E7kYSvF8D-w

Torul, „Try“:
youtube.com/watch?v=_Oopp5E14hA

Unzucht, „Nur die Ewigkeit“
youtube.com/watch?v=PBe8C9EZrR4

Noiseuf-X, „Deutschland braucht Bewegung“
youtube.com/watch?v=RR-t-WimByc

amphi-festival.de

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>