Interview mit Unzucht

„Stillstand ist immer Scheiße“

"Kleine geile Nonne" - Gelübde der Unzucht auf dem Amphi (Stephan Wolf)

“Kleine geile Nonne” – Gelübde der Unzucht auf dem Amphi (Stephan Wolf)

amusio: „Aber gilt es dabei nicht doch auch, sich dem Mainstream zumindest in Form von griffigen Hits anzupassen?“

Daniel De Clercq: „Ja, sicher ist es wichtig, auch Hits am Start zu haben. Das gehört zum kleinen Mukker-Einmaleins. Aber es ist entscheidend, dass sich diese Hits einfach ergeben. Leider begehen viele Bands den Fehler, auf Teufel komm raus Hits schreiben zu wollen, etwa damit sie Airplay bekommen. Das ist dann zumeist der Anfang vom Ende jeglicher Originalität und letztlich auch der Band.“

amusio: „Aber, wer soviel `Open Air Play´ hat wie Ihr, wer braucht da noch Airplay?“

Daniel De Clercq: „Stimmt, wer braucht das schon? Aber es ist uns wichtig, eine eigene Schublade zu zimmern. Man wird als Band nun einmal immer verglichen, aber wir wollen uns diesem Vergleich entziehen, was uns mit unserem zweiten Album wohl auch schon gelungen ist. Das sehen wir als Voraussetzung, um als Musiker nicht nur unseren Spaß zu haben, sondern eben auch auf breiter Ebene wahrgenommen zu werden.“

Daniel De Clercq, der "Böse" von Unzucht (Stephan Wolf)

Daniel De Clercq, der “Böse” von Unzucht (Stephan Wolf)

amusio: „Auch ohne sie großartig neu arrangieren zu müssen, habt ihr bereits jetzt Songs am Start, die sich geradezu als massenkompatibel erweisen. ‚Nur die Ewigkeit‘ zum Beispiel. Ein Indikator für eure Popularität lässt sich auch hier auf dem Amphi-Festival feststellen. In der Disziplin `Anzahl der gesichteten Band-Shirts´ liegt ihr ganz weit vorn.“

Alex Blaschke: „Und das absolut zu Recht. Weil wir etwas anderes bieten, etwas ohne klar umrissene Normen, eine Alternative, die Kirsche auf der Sahne. Wenn ich nicht bei der Band spielen würde, trüge ich sicher auch ein Shirt von Unzucht, aber sicher doch! Das sage ich jetzt einfach mal ganz arrogant (lacht).“

Daniel De Clercq: „Insofern sind wir zukunftsweisend. Was mir in diesem Zusammenhang immer ganz wichtig ist: Immer mutig sein und mutig bleiben. Wenn man als Band anfängt, sich zu wiederholen, sollte man besser aufhören. Wenn eine neue Platte entsteht, dann sollte die auch wirklich neu sein. Es gilt, sich dem äußeren Zwang zur Wiederholung zu entziehen. Es sollten vielmehr Dinge enthalten sein, die der Hörer nicht erwartet hätte. Und wenn ein Musiker eine geile Idee hat, dann soll er nicht zögern, sondern sie bitteschön auch umsetzen! Ob die geile Nummer letztlich passt, wird sich zeigen. Aber man sollte sie zumindest angegangen haben, denn das Momentum kommt wahrscheinlich nicht ein zweites Mal. Es ist einfach geil wenn die Leute sagen: ‚Mensch, die trauen sich was‘. Stillstand ist immer scheiße.“

amusio: „Habt ihr darüber hinaus noch eine Message an eure Fans und an jene, die es noch werden sollen?“

Daniel De Clercq: „Leute, geht mehr auf Konzerte! Egal wohin, und wenn es mal ein Hiphop-Konzert sein sollte, lasst mal Fünfe gerade sein. Wenn Musik gefällt, dann soll sie auch in den Kopf. Und deren Urheber sollten entlohnt werden. Und darum auch der zweite Aufruf: Kauft unsere Platten (lacht).“

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