Novitäten aus dem Hause Baskaru

Sawako, Wieman & Rutger Zuyderelt

Das französische Label Baskaru hat sich ganz lapidar „Contemporary Electronic Music And Sound Art“ auf die Fahnen geschrieben. Das ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal, doch die sehr „verschnuppte“ Auswahl von Künstlern, die bei Baskaru veröffentlichen „dürfen“ zeugt von hoher Sachkenntnis und einem untrüglichen Gespür für Wertigkeit und Relevanz. So auch mit den drei jüngsten Scheiben, die eine konzis gewählte Bandbreite dokumentiert, die Kennern und Neugiersnasen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte: Schlucken, nicht spucken.

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"nu.it" (Baskaru)

“nu.it” (Baskaru)

Die Klangbildhauerin Sawako legt nach betriebsbedingt langer Wartezeit ihr neues Album „nu.it“ vor. Und es ist tatsächlich ein immens wohltuendes Album für durchwachte Nächte geworden. Denn es eignet sich sowohl für eine entspannte Atmo beim nocturnalen „Durchschrubben“ (Arbeiten) als auch für exorbitante Tiefenentspannung (ob da jemand dem Jogi Löw in Brasilien „nu.it“ auf seinen MP3-Player subliminal zwischen die Udo Jürgens-Tracks gemogelt hat?!). „This is not reality, unless it is a new form of reality“ proklamiert der Pressetext, und er möge Recht behalten. Gemastert wurde „nu.it“ von Yu Miyashita aka. Yaporigami (Studio Underarrow), dem (noch) jungen japanischen Soundtüftler erster Güte.

"The Classics Album" (Baskaru)

“The Classics Album” (Baskaru)

Kapotte Muziek und Beequeen dürften über weite Strecken Bekanntheit genießen. Deren Mastermind Frans de Waard hat sich mit Roel Maskop (Happy Halloween, THU20) unter dem Banner Wieman wie schn bei Goem zusammengetan, um ihre gemeinsame Vision von gecutteter Populärmusik zu verwirklichen. Es ist ihnen mit „The Classics Album“ gelungen. Jazz, Prog, Disco und noch so manches mehr dienten dem Duo als Nährwirte für ihre extremen Eklektizismen, die den Hörer auf durchaus angenehme Weise überfordern. Die Fülle an bis zur Unkenntlichkeit entstellten (und somit aufgewerteten) Elementen wirken wie Eisenfaust und Kühleisen zugleich. Im Ergebnis mal wieder ein Trip von jener Sorte, die jegliche Zufuhr von Drogen unnötig macht. Und das aus Holland…

"Stay Tuned" (Baskaru)

“Stay Tuned” (Baskaru)

Aus dem „Kikkerlandje aan Zee“ stammt auch Rutger Zuydervelt, der als Machinefabriek einen ähnlichen Stellenwert eingenommen haben dürfte wie die soeben erwähnte Kapotte Muziek. Für die CD-Version seines Longtracks „Stay Tuned“ hat er 153 (!) Kombattanten vereint, von Oren Ambarchi bis Richard Youngs, John Butcher oder Nate Wooley. Und was treiben die da? Sie treiben einen schier unfassbaren Drone durchs Dorf, der unter Verwendung von Instrumenten sämtlicher Gattung bescheidenen Gigantismus aufs Schärfste gutheißt. Die Sogwirkung entfaltet sich unwillkürlich und unwiderstehlich, möge dieses „A“ doch niemals enden! „Stay Tuned“ sollte als eine Herausforderung verstanden werden, die sich erst im Repeat-Modus, über mehrere Tage hinweg, nicht nur als angenommen sondern auch als bewältigt anerkannt werden darf.

baskaru.com
dense.de

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