Kostbare Selbstverfälschung

Rapoon semi-unplugged

Der in seiner Arbeit stets auch die Auseinandersetzung mit ethnologischen, kulturhistorischen und spirituellen Themen suchende Universalmusiker Robin Storey hat sich für seine ca. 55. Veröffentlichung unter dem Namen Rapoon auf eine für ihn ungewohnte Weise selbst überrascht. Auf „Cultural Forgeries“ (ab dem 16. September via Alrealon Musique erhältlich) setzt er den Vorschlag eines Freundes um, einmal ein „Unplugged“-Album einzuspielen. Dass er daran jedoch im positiven Sinne gescheitert ist, überrascht weitaus weniger als das Ergebnis.

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Robin Storey, Rapoon (Alrealon/Robin Storey)

Robin Storey, Rapoon (Alrealon/Robin Storey)

Immerhin hat Robin Storey die Vielzahl der von ihm eingebrachten Instrumente (u. a. Taschentrompete, Bodhran, Banjo, Akkordeon, Maultrommeln sowie die thailändische Bambusharmonika Kan) unverfälscht in einem Take mit einen tragbaren Digitalrekorder (einem Tascam DR05) aufgezeichnet. Erst im Anschluss ging es ans Treatment & Processing, und somit zum eigentlichen kompositorischen Part der Albumerstellung.

Dieses Procedere geriet dem ansonsten überwiegend beim Einsatz von Electronica ansetzenden Robin Storey zu einer willkommenen Abwechslung, „Viva la difference!“, skandiert er seinen eigenen Wagemut, der Rapoon nun wahrhaftig anders klingen lässt, als der eingefleischte Hörer dies getrost vermutet hätte.

Im Wesentlichen überraschen dann auch jene Parts in besonderem Maße, in denen Robin Storey es weitgehend bei den „unplugged“ aufgezeichneten Instrumenten belassen hat. Der für Rapoon typische, schleppende Spannungsaufbau gewinnt hier aufgrund der vielfach fragil oder geradezu zögernd einsetzenden „echten“ Klänge eine weitere Dimension. Ein authentisches Klangerlebnis wird so zu einem sich erfüllenden Versprechen.

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