Treff mit Andreas und Matthias Pietsch (Tidemore)

„Musikalisch gehen wir völlig vorurteilsfrei vor“

Mit ihrer aktuellen CD „By The Sea“ (Timezone) sorgen die Brüder Andreas und Matthias Pietsch als Tidemore für einen ersten (überraschenden) Höhepunkt des noch jungen Akustik-Pop-Herbstes. Wie auf dem Album-Cover frisch dem Meer entsprungen, bereichern sie die Szene mit kristallklar schimmernden Kleinoden, die mit bemerkenswerter Leichtigkeit ans Herz zu gehen verstehen. Anlässlich ihres Gigs im Kölner Kulturcafé Lichtung gab es davor und danach ausreichend Gelegenheit, die Geschichte hinter Tidemore ein wenig zu vertiefen.

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Tidemore in/auf/vor der Lichtung (Stephan Wolf)

Tidemore in/auf/vor der Lichtung (Stephan Wolf)

„Vorsicht! Wir sind Juristen…“, warnen beide lachend. „Aber das Herz war uns wichtiger als der Geldbeutel, so sind wir nun mit viel Freude in Sachen Musik unterwegs und blicken zuversichtlich unserer Zukunft als Tidemore entgegen”, ergänzt Andreas. Sich in bemerkenswerter Weise zu ergänzen und dabei nahezu identische Wege zu verfolgen, erscheint bei den beiden Blutsverwandten ersten Grades seit jeher an der Tagesordnung gewesen zu sein. Die Geburt in Suhl, der Gang nach Berlin, die Wahl des Studienfachs und, zum Glück, die Musik.

„Musikalisch gehen wir völlig vorurteilsfrei vor“, stellt Matthias fest. Und selbst angesichts mehrfachen Nachhakens hinsichtlich der Einflüsse, die doch von doch irgendwo her stammen müssten, bleiben sie dabei. „Wir könnten jetzt natürlich aufzählen, was wir so alles gerne hören, hörten oder musikalisch bereits gemacht haben. Aber aus dieser großen Menge nun auf Biegen und Brechen das Eine oder den Anderen als maßgeblichen Einfluss hervorzuheben, entspräche einfach nicht der Wahrheit“, bekräftigt Andreas und erweist sich auch hier als moralisch integrer Rechtsgelehrter, „anders gesagt, unser größter Einfluss ist das Leben, was wir erleben und das Erlebte reflektieren.“

Auf der Bühne der Lichtung (Stephan Wolf)

Auf der Bühne der Lichtung (Stephan Wolf)

Dann fallen aber doch noch so einige Namen: The Beatles, The Doors, REM, Dave Matthews. Und diese Namen stehen durchaus nicht in einem gefühlten Gegensatz zu den erstaunlich abwechslungsreichen Liedern, die von den beiden fast ausschließlich auf der (Akustik-) Gitarre komponiert und zelebriert werden. „,Not My World‘, unser erstes offizielles Album, haben wir noch sehr puristisch gehalten. Auf dem neuen Album sind mehr Effekte, wie Echos oder Tremolos mit drauf. Und sicher auch mehr Spuren, klar.“, räumt Matthias ein. „Wenn auch Andreas an der Gitarre etwas virtuoser zu Werke geht als ich, so sind wir doch beide nicht der Lage, live den klassischen Gitarristen zu geben. Dennoch ist es uns live sehr wichtig, wichtiger noch als im Studio, mit möglichst wenig Extras auszukommen.“

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