Ganz dick aufgetragen

The Antlers live in Köln

Zum Auftakt einer weiteren langen Nacht des „verlängerten Wochenendes“ füllt sich am Samstagabend natürlich auch das Gebäude 9, dem rechtsrheinischen Livemusik-Tempel schlechthin (die Lanxess Arena kann da selbstverständlich schon mal gar nicht mithalten). The Antlers erwecken zu vorgerückter Stunde indes den Eindruck, als würden sie auch die größten Hallen ins Beben versetzen wollen: mit dem konsequent voluminösen An- und Abschwellen ihrer schwerblütigen (hüftschweren?) Klagelieder.

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... und immer wieder Tröööööt: The Antlers (Stephan Wolf)

… und immer wieder Tröööööt: The Antlers (Stephan Wolf)

Von den spröden, Indie-genehmen Anfängen der sich betont schüchtern gerierenden Band ist kaum noch etwas geblieben. Dafür sorgt zur Einstimmung allein Marika Hackman: Mit schwarzer Akustikgitarre im gleißenden Licht erfüllt sie das Soll einer ätherischen Erscheinung im musikalisch überraschend biederen Singer/Folksongwriter-Gewand.

Als dann aber, endlich (samt Posaune) die Trompeten loslegen, um das aktuelle Antlers-Album „Familiars“ ins Zentrum des Geschehens zu rücken, war Schluss mit der Selbstbeschränkung. Dominierender als auf der Konserve, drücken vor allem die blechbläsernden Einsätze mächtig auf Ohr und Tränendrüse, während Gitarrist Peter Silberman sich im Wesentlichen darauf beschränkt, gemeinsam mit den Keys einen Klang- und Klageteppich zu weben, der es einem mal schwebend, mal eine Spur zu schwülstig nicht leicht macht, Höhepunkte zu isolieren.

Wie zurückgenommen harmlos dagegen die Album-Versionen! So auch hinsichtlich der Gesangsdarbietung des Peter Silberman, der sich live, wie um alles Leid der Welt vorzutäuschen, ab und an ins Gejaule versteigt. Doch halt: Insgesamt ist das Konzert eine in sich stimmige Angelegenheit; überzeugend genug, um die Anwesenheit mehrheitlich in ihren Bann zu schlagen. Musik zum Träumen, Trauern und Schwelgen, nur eben keineswegs dezent.

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