Interview mit Mirza Ramic (Arms and Sleepers)

“Heute klingen wir amerikanischer”

Anders und vertraut zugleich kommt das siebte Vollzeit-Studioalbum des Bostoner Tri-Hop/Ambient/R&B/Electronica-Duos Arms And Sleepers, „Swim Team“ (ab 28. Oktober, Fake Chapter Records) daher. Im Gespräch mit amusio.com erläutert Hauptakteur Mirza Ramic beim sonntäglichen Frühstückskaffee unter anderem die Hintergründe für die deutlichen Sound-Modifikationen sowie seine Vorliebe für die rumänischen Stationen der anstehenden Tour.

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Wie man sich ein "Swim Team" halt so vorstellt (Cover, Fake Chapter Records)

Wie man sich ein “Swim Team” halt so vorstellt (Cover, Fake Chapter Records)

amusio: „Hi Mirza, wo hast Du denn Deinen Kollegen Max Lewis gelassen?“

Mirza Ramic: „Der ist gerade vollauf damit beschäftigt, seinen zweiten Uni-Abschluss zu basteln. Mit ein Grund auch dafür, dass er mich auf Tour nicht begleiten wird. Das entspricht aber unserer Arbeitsteilung. Er kümmert sich hautsächlich um die Prä-Produktion, die Ausarbeitung wächst dann überwiegend auf meinem Mist.“

amusio: „Auf ,Swim Team‘ tritt diese Vorgehensweise deutlicher zutage, als zuvor. Liegt es vielleicht daran, dass Ihr nun die Beats zum Ausgangspunkt nehmt?“

Mirza Ramic: „Stimmt. Diesmal standen Max‘ Beats am Anfang. Sind unabhängig von mir entstanden und dienten mir als Grundlage zur musikalischen Ideen- beziehungsweise Weiterentwicklung. Früher sind wir stets gemeinsam an die Sache herangegangen.“

amusio: „Liegt dem ein Trend zugrunde? Neulich erzählte mir etwa Vince Clarke von Erasure, dass er beim neuen Album erstmals Beats und Patterns vorproduziert hätte, um Andy Bell anschließend damit zu konfrontieren.“

Mirza Ramic: „Ich kann mir vorstellen, dass heutzutage die elektronische Musik grundsätzlich eher auf den Beats fußt, als etwa auf Melodiefolgen oder auf soundtechnischen Erwägungen. Ich denke, dies liegt einfach nahe, selbst wenn bei der finalen Version vom Ursprungs-Beat nichts mehr übrig bleibt. Das ist bei ,Swim Team‘ des Öfteren passiert. Die Beats stellen dann eher ein Inspirationsvehikel dar. Aber damit folgen wir keinem Trend, jedenfalls nicht bewusst.“

Max & Mirza sind A / A / S (armsandsleepers.com)

Max & Mirza sind A / A / S (armsandsleepers.com)

amusio: „Im Gegensatz zu den mitunter gewichtigen Arrangements Eurer früheren Werke klingt ,Swim Team‘ leichter oder auch leichtherziger. Dass der Opener mit ,Unbound‘ betitelt wurde, könnte also programmatisch zu verstehen sein.“

Mirza Ramic: „Nun, inhaltlich schwebte uns die nostalgische Auseinandersetzung mit den schönen Obsessionen aus Kindheitstagen vor, die wir mit zeitgemäßen Mitteln leicht, locker und entspannt umsetzen wollten. Wir trauern nichts nach, und bedauern auch nichts (lacht). Aber den Track-Namen sollte man ohnehin nicht zu viel Bedeutung beimessen.“

amusio: „So wie etwa auch ,Mingus Mapps‘, handelt es sich dabei um den Namen eines von mir ergoogelten Hochschulprofessors?“

Mirza Ramic: „Genau. Ich habe bei ihm studiert, dann wechselte er die Uni – und nun studiert Max bei ihm. Diesen Zufall fanden wir persönlich erwähnenswert, aber damit hat es sich auch. Der Track thematisiert weder die Person von Mingus Mapps, noch die von ihm gelehrten Fächer.“

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