Kate Nashs Metamorphose

Girl Talk heißt das dritte Album von Kate Nash, das Anfang März erschienen ist. Die quirlige Indie-Pop-Rock-Queen der ersten beiden Alben stimmt in ihrem neuesten Werk durchaus düstere Töne an. Auch wenn Nashs Texte schon immer nicht nur einfach von einem kleinen Mädchen in der großen weiten Welt erzählten, waren die Themen eher Vorlaut und die Musik daher genau richtig um sich in Freitagabend-Ausgeh-Stimmung zu bringen. Das will mit dem neuesten Werk nicht gelingen, ist von Nash aber auch nicht beabsichtigt.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Das Album präsentiert eine erwachsenere, eine überlegtere Kate Nash. Doch der Imagewandel von der let’s party Attitude zu Zorn in der Stimme ist vielleicht für so manche Hörer nicht nur eine Überraschung, sondern auch eine kleine Enttäuschung. Denn wirklich tanzbar ist die neue Kate Nash nicht mehr.

Kate Nash (Quelle: myignorantyouth.com/ Kate Nash)

Kate Nash (Quelle: myignorantyouth.com/ Kate Nash)

Als ihr Debütalbum Made of Bricks 2007 erschien, katapultierte es die damals 18-jährige vom No-Name zum vorwitzigen Girlie-Star. Ihr Hit Foundations hielt sich über Monate auf den Spitzenplätzen der Charts. Nun, sechs Jahre später, will die Singer/ Songwriterin mit neuer Frisur und einer negativeren Sicht auf die Dinge punkten. In der vorab erschienen Single-Release 3 a.m. besingt Nash die Einsamkeit und das Vermissen einer Schulter zum Anlehnen. Die Akustik-Gitarre muss E-Gitarren und stampfenden Drumbeats weichen. Kate Nash ist wütend und das sollen alle wissen. So vertont sie neben Themen wie Herzschmerz (Death Proof) und enttäuschten Freundschaften (Fri-End?), Sexismus (All talk) und die eigene Gelähmtheit (Lullaby for an Insomniac).

Kate Nash hat mit Girl Talk die Metamorphose vom Teenie zur erwachsenen Frau vertont. Dabei ist ein Werk entstanden, das genau diese Zerrissenheit auch in der musikalischen Untermalung aufgreift, was an mancher Stelle misslingt, im Großen und Ganzen aber durchaus gelungen ist.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Anne Geyer

Nach einer kunterbunten Musik-Erziehung und dem Studium der Germanistik, Amerikanistik und Anglistik nun als Redakteurin für amusio tätig. Vorlieben: Von Rock, Hard-Rock, Blues, Blues-Rock, Alternative, Indie bis hin zu Jazz, Jazz-Rock, und Pop.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>