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Zola Jesus in Köln

Ob trotz oder aufgrund ihres noch nicht allzu sehr vorangeschrittenen Alters: Zola Jesus ist souverän! Aber nicht in jener Form, in der Souveränität gemeinhin anerkannt wird. Nein, sie scheut das Licht, sie traut sich, im Sinne der Authentizität, so manchen Ton eben nicht zu treffen. Perfektion und Konfektion stehen bei ihr nicht im Programm. Wobei sie in der Umgehung von Perfektion wiederum perfekt ist: Nähe und Distanz, Ausschweifung und Bescheidenheit: Alles das bietet Zola Jesus anlässlich ihres Konzerts im Gebäude 9!

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"Da isse ja, unsere kleine Zola..." (Gerard van Honthorst)

“Da isse ja, unsere kleine Zola…” (Gerard van Honthorst)

Eine auf Paukenanschlag versessene, brachial agierende Perkussion, ein souveränes Keyboard für die Flächen, eine Posaune für die melodieführenden Akzente, eine monolithische Installation im Hintergrund – mehr benötigte Zola Jesus nicht für einen unvergesslichen Abend. Abgesehen von ihrem ohnehin schon beängstigend tiefschürfenden Songmaterial: Die Präsentation stimmt durchgängig – und emotional ansprechend zugleich.

Zola Jesus präsentiert sich nicht im Rampenlicht. Die Lichtsetzung meidet sie und vice versa. Nur zum Ende des Sets (ante Zugabe) wird sie für ca. drei Sekunden angestrahlt. Eine Geste der Verbundenheit mit ihrem Publikum, das aus erstaunlich (?) vielen Lesben bestand. Ist das systemrelevant? Sicher nicht!

Was aber noch mehr für die Besonderheit von Zola Jesus und die Güte des Abends spricht: Sie betreibt keine Vokalonanie! Sie muss keine Stimmakrobatik beweisen, die sie dann doch nur wieder auf selbige reduzieren würde. Sie schämt sich nicht der „falschen“ Töne, sie masturbiert nicht, sondern fickt ihr Publikum mit ihrer Stimme, im Sinne der Unberechenbarkeit.

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