Der Nino aus Wien (Interview)

„Aus reiner Faulheit bezeichne ich meine Musik immer nur als Pop“

Aus Wien erstmals in Köln (Stephan Wolf)

Aus Wien erstmals in Köln (Stephan Wolf)

amusio: „Also kannst Du Dein Publikum klar unterscheiden, je nachdem, ob Du ein Heimspiel hast, in Rest-Österreich oder in Deutschland spielst?“

Der Nino aus Wien: „Sicher. Aber auch in Wien fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Am schwierigsten ist Oberösterreich, die Steiermark hingegen funktioniert ganz hervorragend.“

amusio: „Graz bei Nacht…“

Der Nino aus Wien: Graz ist super! Dort bin ich sehr gerne. Aber ,Graz bei Nacht“ ist so ein ganz komisches Lied. Es handelt im Grunde davon, wie ich in Graz einmal meine Gitarre verloren hab. Vielleicht in der Steirerstub’n. Oder, genauer, davon, dass ich nicht sicher war, wo sich meine Gitarre befand, während ich in Graz um die Häuser gezogen bin.“

amusio: „Du fährst hinsichtlich Deiner Veröffentlichungen eine bemerkenswert hohe Schlagzahl. Arbeitest Du so schnell oder arbeitest Du so viel? Bist Du ein Workaholic?“

Der Nino aus Wien: „Nein, überhaupt nicht. Ich bin von Natur aus faul, die meiste Zeit hänge ich nur so rum. Aber wenn ich spüre, dass es für mich an der Zeit ist, wieder anzuklampfen und ich mir vornehme, ein Album zu schreiben, dann bunkere ich mich für drei Wochen komplett ein und konzentriere mich absolut.“

amusio:  „Du benötigst also keinen Druck von außen…“

Der Nino aus Wien: Nein, es hat mich zum Beispiel niemand dazu aufgefordert, zwei sich deutlich unterscheidbare Alben gleichzeitig zu veröffentlichen. Ich war einfach nur neugierig zu schauen, ob das einen Unterschied macht, wenn ich zwei Alben hintereinander weg schreibe. Ich wollte das mal ausprobieren.“

amusio: „Und, hat sich der Aufwand gelohnt?“

Der Nino aus Wien: „Ich finde beide Platten OK. Beim Schreiben favorisierte ich das ,Träume‘-Album, im Nachhinein das andere Album, ,Bäume‘. Es ist aber nun schon fast ein Jahr her, dass ich die Lieder geschrieben habe. Jetzt ist es wieder an der Zeit, neue Lieder zu schreiben. Ich glaube, wenn wir wieder in Wien sind, werde ich damit anfangen.“

amusio: „Denkst Du beim Schreiben schon an die Live-Umsetzung?“

Der Nino aus Wien: „Naja, es kommt darauf an, ob und wie man ein Lied auf der Gitarre spielen kann. Die Live-Tauglichkeit lässt sich daran bemessen. Aber mit der Band, mit der ich seit 2009 fest zusammen arbeite, ist es auch so, dass wir wenig proben. Auch die Alben wurden praktisch ohne vorheriges Proben aufgenommen. Also sind sie auch live reproduzierbar. Heute Abend werden wir einen Querschnitt aus meinen bisherigen Platten spielen, nicht nur von den beiden aktuellen. Wir haben 30 Songs zur Auswahl, davon bedienen wir uns je nach Stimmung.“

amusio: „Hast Du schon einmal daran gedacht, Deine Arbeitsweise zu ändern?“

Der Nino aus Wien: „Ja, ich habe schon daran gedacht, das ein oder andere einmal anders anzugehen. Einfach um zu schauen, ob es funktioniert, ob sich dadurch etwas verändert. Aber auf der Tour spielen wir die Lieder auch anders als auf Platte.“

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