Interview mit Jakob Amr & Sjard Fitter (Zinnschauer)

„Es ist immer schön, wenn sich die Dinge verselbstständigen“

Mittlerweile in Nähe der Reeperbahn ansässig, ziehen Zinnschauer ab Januar wieder über die Bühnen des Landes, um mit einer fürwahr einzigartigen Kombination aus theatralischen Mitteln und reduzierten Singer/Songwriter-Gebaren Erstaunen, Verblüffung und Begeisterung zu säen. Im Mittelpunkt wird dabei ihr aktuelles Album „Hunger – Stille“ stehen, das seine eigentümliche Gefühlswelt zwischen Kontemplation, Verzweiflung und Zorn auch unter heimischen Kopfhörern zu entfalten vermag. Im Gespräch verstehen Jakob Amr und Sjard Fitter Auskünfte über die Hintergründe ihres Schaffens mit dem Schüren von berechtigtem Interesse und Neugier zu verknüpfen.

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Jakob Amr klagt an: Zinnschauer (facebook.com/Zinnschauer)

Jakob Amr klagt an: Zinnschauer (facebook.com/Zinnschauer)

amusio: „Die Standardfrage kann ich Euch nicht ersparen: Was verbirgt sich hinter dem Namen Zinnschauer?“

Jakob Amr: „Inspiriert wurde die Wortkombination unter anderem von dem japanischen Bilderbuch ,Chihiros Reise ins Zauberland‘, dessen Charaktere in der deutschen Übersetzung wunderbare Namen tragen, die aus Substantiven zusammengesetzt sind, die an sich nichts miteinander gemein haben. So wollten auch wir keine komplizierten Neologismen bemühen, sondern Bekanntes durch eine ungewohnte Kombination neu entstehen lassen. Wobei auch der Klang von entscheidender Bedeutung war.“

Sjard Fitter: „Bei Zinnschauer haben wir es auf der mit zweierlei Qualitäten zu tun. Da wäre zunächst das Zinn, ein chemisches Element. Ein Metall zur industriellen Verwertung. Dagegen der Schauer, mit all seinen Mehrdeutigkeiten: ein Regenschauer, ein Zu-Schauer, ein kalter Schauer, der über den Rücken läuft. Der besondere Reiz liegt in der Kombination, weniger auf einer weiteren, vielleicht versteckten Bedeutungsebene.“

amusio: „Ebenso außergewöhnlich ist die von Euch gewählte Genre-Bezeichnung: ,Märchenemo‘…“

Sjard Fitter: „Als Konzertveranstalter für befreundete Bands habe ich mir schon immer besondere Etikettierungen einfallen lassen, die ich ihnen dann auch kurzerhand verpassen konnte. So habe ich zum Beispiel für die Band Pan einmal den ,Diskurs-Screamo‘ erfunden. Bei Zinnschauer bezieht sich das Märchenhafte sowohl auf die teilweise recht lyrische Sprache, zum anderen darauf, dass keine Songs aufeinander folgen, sondern eine durchgängige Geschichte erzählt wird. Der Emo-Teil schöpft sich aus seinem Ursinn, unsere Geschichten sind mit sehr emotionalen Mitteln verwoben.  Musikalisch spielen wir auf deutschen Emocore der 90er Jahre an, wie etwa dem von Escapado oder Kurhaus.“

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