Zwei Kurze zwischen Wiesbaden und Addis Abeba

The Sonnenbergs & uKanDanZ (für Chris Howland)

Und schon hat sich der Todestag eines der größten 7 Inch-Enthusiasten aller Zeiten zum ersten Mal gejährt: Chris Howland hatte zeit seines Lebens immer großen Spaß am kleinformatigen Vinyl. Seine „Spielereien  mit Schallplatten“ bleiben, wie er selbst, unvergessen. Umgarnt von zahllosen Scheiben, die ihrer Runden auf dem Plattenteller harrten, moderierte er mit unbändiger Freude stets überraschende Vielfalt. Im Gedenken an den Radio DJ schlechthin, heute ausnahmsweise mal zwei Singles im Fokus.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Fünf an der Zahl: The Sonnenbergs (Rewika)

Fünf an der Zahl: The Sonnenbergs (Rewika)

The Sonnenbergs veröffentlichen (leider erst am 16. Januar, zum Glück auf Rewika/Alive) ihre Doppel A-Seite: „You only call me when you are stoned“ / „She’s a weapon of man destruction“. Aus Wiesbaden stammen die „fünf Eichhörnchen der Apokalypse” und „Backpfeifengesichter” Annie, Rocky, Andy und Danny Sonnenberg. Sie haben offenbar nichts Besseres zu tun, als einen Kreis zu schließen. Denn die Hälfte der (erklärtermaßen) Fünf veröffentlichte unter dem Bandnamen Rekord irgendwann einmal die Premieren-Platte des inzwischen zu Weltruhm gelangten Labels Rewika Records: „Schuhe“.

Nun kehren die vier Fünf zurück. Mit zwei Titeln, die zu besitzen mehr bringt, als diejenigen, die einem der Anwalt üblicherweise zuschustert. Irgendwo zwischen The Sonics und Def Leppard verdichten sie die Essenz aus hundert Jahren Rock’n’Roll in sage und schreibe weniger als sechs Minuten.

Der Fünfte macht das Vögelchen: The Sonnenbergs (Rewika)

Der Fünfte macht das Vögelchen: The Sonnenbergs (Rewika)

Unfassbar, wie sich die Band (Geweihten noch als Serbian Mouth Sauna ein Begriff) daneben benommen und dennoch gut entwickelt hat. Mit einer Tour durch die Einkaufszentren der Nation wird dieser Tage bereits gedroht.

Mit der Single „Lantchi Biyé“ / „Endè Iyèrusalém“ (Atypeek/digital & Dur Et Doux/vinyl) die es auf 8 ½ (Federico Fellini) Minuten bringt, gelingt dem französischen Ethnojazznoiseprogpunks von uKanDanZ vor allem eins: Die Vorfreude auf das fürs Frühjahr angekündigte Album (dem Nachfolger von „Yetchalal“) viehisch anzuheizen.

Als ganz besonderes Merkmal ihres originären Sounds, stellt sich die enge Verflechtung mit sowohl klassischer als auch zeitgenössischer Musik aus Äthiopien dar. So etwa mit der fesselnden Stimme von Asnaké Guèbrèyès, der sich an den Improvisationen der Azmari-Wiedergänger orientiert (und dabei manchmal an Jello Biafra erinnert…).

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>