Villagers / Conor O'Brien

Analyse und Mysterium

Keine Überfülle im Instrumentarium, kein Verstecken hinter Metaphern in den Texten: Mit seinem dritten, komplett eigenhändig eingespielten Album Darling Arithmetic (ab morgen, Domino Records/GoodToGo) beschreibt Conor O’Brien als Villagers in klar konzentrierter Form seine Erwägungen rund um die liederlichen Ur-Themen Liebe und Beziehungen. Die selbstauferlegte Sparsamkeit bei der Wahl der Mittel kommt einem transparenten Soundbild zugute, das dem einfühlsamen Iren ausgezeichnet zum modischen Bart steht.

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Villagers: "Darling Arithmetic" (Domino Records)

Villagers: “Darling Arithmetic” (Domino Records)

Man würde ihm unrecht tun, wenn es Conor O’Brien zum Vorwurf gemacht werden würde, dass er sich weigert, seinen Vortrag über die Stränge schlagen zu lassen. Wenn etwa beim Titeltrack aus der Ferne ein Tim Buckley zu grüßen scheint, doch letztlich eine luzide Nüchternheit die Oberhand behält, dann deckt sich dies mit dem erklärten Vorsatz, als Villagers fortan keine künstlichen oder auch nur überzogenen Emotionen mehr evozieren zu wollen.

So mag es zunächst nicht schwerfallen, Darling Arithmetic im Restdunst des trockengelegten Singer/Songwritertums zu überhören. Doch weiß sich Conor O’Brien gegenüber der kursorischen Vereinnahmung zu wappnen, indem er anhand von eigenartigen Details seine Individualität herausarbeitet. Besonders wirksam erweist sich die subtil lancierte Pagan-Folk-Stimmung, die jeden Moment der seriösen Reflexion in eine abseitig wundersame Atmosphäre taucht, in der dasjenige aufbegehrt, was der Vortrag zu meiden ersucht.

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Eine Antwort auf Analyse und Mysterium

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