Retro? Modern? Soul! James Hunters neues Album „Minute By Minute“

Als ich das erste mal ein Album von James Hunter gehört habe, hätte ich jeden Eid geschworen, das ich gerade einen schwarzen Sängers aus den 60ern höre, dessen Songs erst vor kurzem im Archiv von Atlantic Records wieder entdeckt wurden. Das war Hunters zu Recht für einen Grammy nominierte CD „The Hard Way“ von 2008. Nun gibt es mit „Minute By Minute“ ein neues Album und das schließt trotz der langen Pause nahtlos an den Vorgänger an.

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The James Hunter Six “Minure By Minute”
Foto: Oktoberpromotion

James Hunter spielt altmodischen, handgemachten Soul, verpflanzt ihn eins zu eins in das neue Jahrtausend. Und spätestens, wenn man die Stimme hört, fragt man nicht mehr nach dem Warum. denn Hunter klingt wie eine Mischung aus Solomon Burke, Ray Charles und Wilson Pickett – eine Hypothek, die nur wenige Interpreten schultern und mit Leben füllen können. Das gelingt Hunter souverän, obwohl (oder weil?) er musikalisch und textlich jede Modernisierung vermeidet. Undenkbar, dass in seinen Songs wie bei Amy Winehouse von Entziehungskuren die Rede ist. Hunter beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf das Thema Liebe, genau wie der Soul in der Zeit vor Bürgerrechtsbewegung. Ebenso traditionell sind die Arrangements (mit mit kleiner Bläsersektion mit Bariton-Sax, damals in so ziemlich jedem Motown-Song zu Hören) von Produzent Bosco Mann aka Gabriel Roth , der schon als Arrangeur von Amy Winehouse, Michael Bublé und Sharon Jones sein gutes Händchen für Retro-Soul bewiesen hat.

„Minute By Minute“ ist natürlich genauso authentisch wie der Mini von BMW, aber genau wie der Mini macht Hunters Album einfach Spaß. Es klingt wie aus der Zeit gefallen und entwaffnend charmant. Das ist eine ganze Menge, und um nichts anders geht es hier.

„Minute By Minute“ von The James Hunter Six erscheint am 22. März via Soulfood als CD und Download.

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Über Christian Siebje

Christian Siebje | Jahrgang 64, aufgewachsen in Hamburg. Lebt und arbeitet als Journalist, Texter, Blogger und Familienvater in Karlsruhe. Musik als Leidenschaft: Bach, Klassik, Electronica, Alternative, Reggae, Soul, Jazz, Pop, Punk & Avantgarde.

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