Interview mit Conor O'Brien (Villagers)

„Die Komplexität ist unser Freund“

Selten durfte man auf Hallenebene ein klanglich dermaßen exzellent ausgesteuertes Musikereignis erleben wie beim Gastspiel der Villagers im Kölner Gebäude 9. Diesem Ereignis der großartig intonierten „leisen“ Töne ging ein Gespräch voraus, in dem der auf seinem aktuellen Album Darling Arithmetic völlig autark agierende Dorfbewohner Conor O’Brien letztlich seiner Genugtuung Ausdruck verleiht, sich auf seine innere Stimme verlassen zu können, wenn es darum geht, seine Singstimme zu erheben.

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Conor O'Brien / Villagers am Gebäude 9, Köln (Stephan Wolf)

Conor O’Brien / Villagers am Gebäude 9, Köln (Stephan Wolf)

amusio: „Hi Conor, vermutlich hat Dir Dein Aufenthalt vorvorgestern in Heidelberg besonderes zugesagt. Ist dem so?

Conor O’Brien: „Oh ja, Heidelberg war wirklich ein ganz besonderes Ereignis. Wir sind dort direkt ein paar Leuten in die Arme gelaufen, die ohnehin beabsichtigten, später zu unserem Konzert zu gehen. Die Stadt hat mich mit ihrem barocken Flair sehr beeindruckt. Aber auch das Konzert war großartig! Ich meine, wir machen nicht gerade ausgesprochen energetische Musik, doch vom Publikum ging jede Menge Energie aus. Es war ein intensiver Abend, der sehr viel Spaß gemacht hat.“

amusio: „Ist es Dir nicht schwergefallen, für die Tour die Instrumente an andere Musiker weiterzureichen, nachdem Du Darling Arithmetic komplett im Alleingang eingespielt hattest?“

Conor O’Brien: „Nein, denn die Studiomusiker waren noch nie mit denen der Live-Performances identisch. Das habe ich bisher immer so gehalten. Diesmal habe ich zum Beispiel das Piano auf dem Album durch Harfe und Flügelhorn ersetzt. So entstehen unter anderem vom Album abweichende Melodielinien. Auf diese Weise erhalten meine Songs immer wieder neue Farben oder Schattierungen. Sie leben, wachsen und entwickeln sich weiter.“

amusio: „Verändert sich dadurch in Deiner Wahrnehmung auch die emotionale Wirkung Deiner Songs?“

Conor O’Brien: „Das passiert immer wieder, aber selten so massiv wie bei Little Bigot. Durch die Ausweitung auf drei Gesangsharmonien bekommt dieser Song einen beinahe aggressiven Unterton und entfaltet so eine nahezu kathartische Wirkung, wobei ich zugeben muss, dass dieser Song live besser funktioniert als auf Platte.“

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