Nick Grey kontra Yoga

Form & Ausstattung: Oblique pop

Nur die autonomen Veröffentlichungen angerechnet, erscheint offiziell am Samstag das vierte Album des von Berlin aus agierenden Monegassen Nick Grey und „seinem“ The Random Orchestra. Breaker Of Ships (Milk & Moon/Cargo) setzt auf gleichsam verschlungenen wie zugänglichen Wegen fort, was Nick Greys bisheriges Schaffen nicht zuletzt anhand seiner Kooperationen mit Größen wie Martyn Bates, Tony Wakeford oder Charlemagne Palestine hat aufsaugen können. Den derart erlesen gefüllten Edelstaubbeutel über die Landschaften seines „Oblique Pop“ ausgestreut, erfreuen die Erstbegegnungen mit den Schicksalen „ungesunden Denkens“ ebenso wie die indirekte Begegnung mit 48 Cameras.

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Nick Grey & The Random Orchestra: "Breaker Of Ships" (Milk & Moon/Cargo)

Nick Grey & The Random Orchestra: “Breaker Of Ships” (Milk & Moon/Cargo)

Der bei Nick Grey übliche Warnhinweis rät diesmal zu einer Pause zwischen Yoga-Ausübung und dem Hören von Breaker Of Ships. Das reizt natürlich zum ungehorsamen Selbstversuch. So diese Rezension nun unter dem Einfluss von Gomukhasana und Siddhasana steht, mag sie das Album verkennen. Oder die Spätfolgen noch nicht absehen können. Davon einmal ganz abgesehen, muss Breaker Of Ships eine gebrochen zwiespältige Impulsivität zugestanden werden, die sich aus der kundig abgeschmeckten Verbindung aus überschaubaren Songstrukturen und großzügiger Detailausstattung ergibt.

Bei aller gut situierten Behäbigkeit des Aufbaus bleiben die speziellen Reize hoch getaktet, stellvertretend sei die Klarinette (Gregory Doria) ins Feld geführt. Während anderweitig trendige Reduktion inzwischen sogar dazu imstande ist, Ideenmangel zu kaschieren, stellt Nick Grey dem eine gegenläufige Methode entgegen. Auf ihr Gerüst reduziert, würde von den Tracks auf Breaker Of Ships eine vornehmes Ennui ausgehen, doch da sich Nick Grey nicht die Mühe macht, sich selbst zur Knauserigkeit zu erziehen, bleibt die Angelegenheit durchgängig vollmundig kurzweilig. Bei dem forcierten Juliet of The Bones und der von Scanner remixten, sphärischen 48 Cameras-Nummer Here He Comes Now (vgl. hierzu deren Album We Could Bring You Silk In May) wird es für Greys Verhältnisse geradezu übermütig, doch Kreuzschmerzen o. ä. bleiben weiterhin aus.

nick-grey.com
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