Zwischen Traum und Träumen: Corrina Repp

Ströme aus Balsam

Nach einer nahezu zehnjährigen Absenz als Solokünstlerin, die Corrina Repp hauptsächlich an der Seite von Joe Haege als Tu Fawing, mit TV-Gastauftritten (Portlandia) und als Pflanzenzüchterin auszufüllen wusste, kehrt sie mit ihrem insgesamt sechsten Album unter eigenen Namen zurück. The Pattern Of Electricity (Discolexique/Broken Silence, ab Freitag) erweist sich als eine jederzeit sattelfeste Ansammlung von Hoheliedern auf jene schlummernden Schönheiten, die nur darauf warten, aus dem Dunstkreis vager Alpträume erweckt zu werden. Sind die Songs erst verklungen, scheint auch deren Erlösung vollzogen.

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Corrina Repp: "The Pattern Of Electricity" (Discolexique/Broken Silence)

Corrina Repp: “The Pattern Of Electricity” (Discolexique/Broken Silence)

The Pattern Of Electricity mag als Titel zunächst auf eine falsche Fährte führen, denn die Machart des Albums ist keineswegs auf Klänge fixiert, die Wert auf ihre elektronische Erzeugung legen. Bei genauerer Auseinandersetzung wird klar, dass Corrina Repp mit dem Titel auf die Organisation allen Strömenden anspielt. Ihr ist sie auf der Spur, entblößt sie, ohne sie dadurch zu profanisieren. Die Berechenbarkeit legt sie zwar offen dar, jede Kadenz wird gleichsam erahnt wie bestätigt. Allein das allzu plötzlich einbrechende Ende (In The Dark, You Are More Colorful) sorgt für eine Irritation: Aus der Luzidtraum.

Die vom Sakralen zum Übersinnlichen führenden Orgelschleifen weisen ab und an den Weg (Long Shadow), doch Corrina Repp geleitet den Hörer auch mit noch reduzierteren Mitteln sicher durch verwunschene Wälder (Woods), in denen man sich nur allzu gerne auch einmal verlaufen möchte. Doch das sanfte Treiben duldet kein Abweichen.

Die Verbindlichkeit von The Pattern Of Electricity ist schlicht zu hoch, und selbst wenn einmal kurz die Idee von Panik die Szenerie in Unruhe versetzt (Set Fire), bleiben Geborgenheit und innere Ruhe die unangefochtenen Triebfedern auf dem Weg zum unscheinbaren Glück, dessen Latenz Corrina Repp nicht beklagt, sondern mit überzeugender Gelassenheit auf sich beruhen lässt. Spart euch Baldrian und Johanniskraut, hört diese zauberhafte Platte. Und genießt das Dazwischen.

The Beast Lives In The Same Place:
youtube.com/watch?v=4HWFqp7KsZM

facebook.com/CorrinaReppmusic

 

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