Interview mit Oliver Barrett (Petrels)

„Der Tod bedeutet die Befreiung von allen Formen des Mangels“

Mit Flailing Tomb (Denovali) gelang dem Briten Oliver Barrett in Form seines Primärprojekts Petrels zum vierten Mal in Folge ein herausragendes Album zwischen Ambient, Elektro-Soundscapes, Drone und Postrock. So sich auch seine musikalische Vision einseitigen Kategorisierungsversuchen entzieht, treten Bezugspunkte der inhaltlichen Auseinandersetzung durchaus konkret zutage. So spielt bei seinen zuvörderst beeindruckenden Soundkonstruktionen unter anderem die Auseinandersetzung mit der Dimensionierung, der Manipulation und der Überwindung von Raum und Zeit eine tragende Rolle, die dementsprechend auch zu einem Gegenstand unseres Gesprächs wurde.

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Oliver Barrett = Petrels (Stephan Wolf)

Oliver Barrett = Petrels (Stephan Wolf)

amusio: „Vor einigen Wochen sind wir uns anlässlich der Denovali 10-Konzertreihe begegnet. Was hat sich seitdem bei Dir ereignet?“

Oliver Barrett: „Im Anschluss an die Konzerte mit Greg Haines und den darauffolgenden Auftritten mit der Bandbesetzung des Albums Flailing Tomb, die mir ausgesprochen viel Freude bereitet haben, halte ich mich erst seit einigen Tagen wieder von der Bühne fern. Ich fertige Remixe und Streicher-Arrangements an und widme mich meinen Illustrationen. Weiterhin kümmere ich mich um die Website sowie die Promotion des von mir sehr geschätzten Cafe OTO, hier in East London.“

amusio: „Besteht für Dich überhaupt die Notwendigkeit, über Deine Musik zu reden? Sollte sie nicht für sich selbst stehen und sich bei Bedarf selbst erklären?“

Oliver Barrett: „Eigentlich schon. Und es behagt mir auch nicht sonderlich, dasjenige zu verbalisieren, was ich mit meiner Musik zum Ausdruck bringen will. Ich unterhalte mich zwar gerne über das ganze Drumherum oder über technische Aspekte. Aber das detaillierte Eingehen auf persönliche Motivationen oder einzelne Bedeutungsebenen würde mich wahrscheinlich zu sehr vom Musizieren abhalten. Da müsste ich doch mein Tun zunächst immer wieder selbst hinterfragen. Um dann, fürchte ich, wahrscheinlich doch nicht zu endgültigen Erkenntnissen und Aussagen zu gelangen, die ich als Weisheit letzter Schluss preisgeben könnte.“

amusio: „Aber fühlst Du Dich nicht doch dazu gezwungen, etwas Zusätzliches zu bieten, damit Deine Hörer auch einen intellektuell sachlichen Zugang zu Deiner Musik finden? Besteht für Dich nicht auch die Notwendigkeit des über die Musik hinausgehenden Kommunizierens? Wie zum Beispiel mit dem Artwork Deiner Veröffentlichungen?“

Oliver Barrett: „Sicher, das Artwork ist in dieser Hinsicht essentiell. Es bildet eine Einheit mit der Musik, ganz klar. Es bietet Lesarten an, die jedoch auch nicht selbsterklärend ausfallen.“

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