Amphi-Festival 2015 (Reprise 2)

Drei Bühnen zum Glück

Nach einem Samstag unter irregulären Bedingungen sollte der Sonntag endlich alle Versprechen einlösen, die von der neuen Konzeption veranschlagt wurden, um die Vorzüge des Umzugs vom Tanzbrunnen in den Eventpark zu plausibilisieren. Wenn auch atmosphärische Defizite nicht von der Hand zu weisen waren und sich angenehme Gewöhnungseffekte erst noch einstellen müssen, sorgten vor allem die musikalischen Highlights für überwiegend zufriedene bis begeisterte Gemüter.

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Kenda (The Creepshow) hat Spaß auf und vor der Orbit Stage (Stephan Wolf)

Kenda (The Creepshow) hat Spaß auf und vor der Orbit Stage … (Stephan Wolf)

Dem entstandenen Nachholbedarf wurde mit früh angesetzten Konzerten genüge getan. So eröffneten die für den Sonnabend vorgesehenen Diorama und The Creepshow zur frühen Mittagszeit endlich die Green Stage, respektive die Orbit Stage. Anhand beider Shows wurden die Eigenarten beider Bühnen schnell nachvollziehbar: Die zum entspannt-lässigen Treiben einladende Wiese vor der Green Stage ließ sommerliches Festival-Feeling aufkommen, während die Orbit Stage vor allem mit der gegebenen Nähe von Aufführenden und Publikum punkten konnte. So machte sich die kanadische Psychobilly-Band diese Intimität sofort zunutze, um ein erstaunlich hohes Maß an Ausgelassenheit zu erzeugen. Wer also Kenda, Sickboy oder Reverend McGinty erleben durfte, für den konnte das Festival einfach nur bestens gelaunt weitergehen.

Später, als der Regen bereits wieder eingesetzt hatte, sorgten auf der Orbit Stage vor allem Henric De La Cour und Rome für besondere Konzerterlebnisse. Während der schwedische Blickfang samt seiner emotional anspruchsvollen Songs ausgezeichnet mit dem randständigen Ambiente harmonierte, profitierten die Luxemburger von einem brillanten Sound, der ihre basslos (aber bei weitem nicht bassfrei) vorgetragenen Chansons Noirs zur Vollendung führte. Als Zugabe „spielen wir jetzt einfach so lange weiter, wie wir dürfen“ (Jérôme Reuter). Spätestens als gegen 21:30 Schicht war, stand fest, dass die Orbit Stage als Ort für besondere Ereignisse eine insgesamt herausragende Premiere erfahren durfte.

... Henric De La Cour wohl auch (Stephan Wolf)

… Henric De La Cour wohl auch (Stephan Wolf)

Auf der Green Stage übertrug sich die lässige Grundierung offenbar auf die Akteure. So boten die live ohnehin bestens aufgehobenen Darkhaus einen beschwingt schmissigen Set, während Qntal keinen Hehl daraus machten, dass sie ihr Gastspiel als kleine Lockerungsübung interpretierten. Schade nur, dass Michael Popp und Konsorten der Ansicht waren, ein gutes Drittel ihrer Zeit auf das totgespielte Palestinalied verwenden zu müssen. Zeraphine hatten anschließend mit den Amps zu kämpfen, auch Sven Friedrichs bekanntermaßen beeindruckende Stimme ging unter. Doch dieser völlig aus der Balance geratene Sound löste unfreiwillig-unerhörte Reize aus, die den altbekannten Songs eigenartiger Weise neue Dimensionen erschlossen. Vielleicht sollte sich die Band mit ihrem „Amphi-Sound“ weiter auseinandersetzen, um der Selbstwiederholung zu entgehen.

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