Amphi-Festival 2015 (Reprise 2)

Drei Bühnen zum Glück

Green Stage: Zeraphine (Stephan Wolf)

Green Stage: Zeraphine (Stephan Wolf)

Während anschließend die Freunde von Welle:Erdball, Samsas Traum und Diary of Dreams im Freien ihr Glück fanden, brachen in der Arena tatsächlich noch sämtliche Dämme. So gelang es Combichrist Zeit und Raum in einen Zustand euphorisierter Brachialgewalt zu versetzten, wie ihn die Arena wohl noch nie zuvor zu bewältigen hatte. Doch damit nicht genug: Die vergleichsweise altgedienten Oomph! standen ihren norwegischen Epigonen in nichts nach und ballerten – mit sichtlich viel Spaß inne Backen – was das Zeug hielt. Schätzungsweise zwei Drittel der Festivalbesucher sollten spätestens nach diesen beiden Acts ihren Frieden mit der Arena geschlossen haben.

Danach wirkten The Mission etwas deplatziert – und überfordert (eine genealogisch naheliegende Band, die erst im Herbst wieder einige Konzerte geben wird, hätte den Gap sicher nicht entstehen lassen, doch lassen wir das…). Erschwerend kam für The Mission hinzu, dass weite Teile des Publikums damit beschäftigt waren, sich für das Grande Finale zu stärken. Für einen Abschluss, der seinem Nucleus Ronan Harris endlich vermitteln konnte „wie sich ein Depeche Mode-Konzert von der Bühne aus anfühlt. Ich habe mich das immer gefragt“. Nun weiß er es. Und er wird diese Momente in ebenso guter Erinnerung behalten wie die Gänsehautträger in den Dutzenden dicht gedrängten Reihen vor ihm. Man muss kein Fan von VNV Nation sein, um anzuerkennen, dass es zurzeit keine Formation gibt, die einen würdigeren Anschluss des Amphi-Festivals in Aussicht stellen könnte.

Shine A Light: VNV Nation & die Arena (Stephan Wolf)

Shine A Light: VNV Nation & die Arena (Stephan Wolf)

Entsprechend hoch hängt nun die Messlatte für 2016. Selbst wenn die Szene-Veranstaltung erster Klasse dann von hochsommerlichen Herbststürmen verschont bleibt und kleinere Detailmängel bis dahin ausgewetzt werden, wird ihr Gelingen weiterhin von der Güte der Signings abhängig bleiben. Insbesondere was das Programm in der Arena betrifft, kann das anerkannt Beste gerade gut genug sein, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Gegenüber artverwandten Veranstaltungen zeichnet sich in dieser Hinsicht eine klare Positionierung ab. Mit den beiden Zweitbühnen verfügt das Amphi-Festival über sämtliche Möglichkeiten, auch weniger etablierte Kräfte mit erheblicher Bandbreite zu präsentieren. So der Fokus auf die musikalische Qualität ausgerichtet bleibt, wird sich das Amphi auch an neuer Stätte langfristig in herausragender Weise etablieren. Keine allzu gewagte Prognose, die im Nachhinein jedoch auch nochmals nachdrücklich auf das Gelingen der Eventpark-Premiere schließen lässt.

amphi-festival.de

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