Troum & raison d'être

Überwindung / Auflösung

Im Zeitraum von 2011 bis 2014 sind aus der Kollaboration von TROUM und raison d’être Tracks hervorgegangen, von denen derer sieben nun unter dem ausgesprochen deskriptiv gewählten Titel De Aeris In Sublunaria Influxu auf CD (Essence Music, limitiert auf 700 Kopien) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das aufwändig gestaltete Boxset (120er Auflage) beinhaltet auf einer zweiten CD drei weitere Ergebnisse der Verschmelzung zweier Ansätze, die ihre jeweiligen Charakteristika ins Amalgam übertragen. Statt dabei miteinander um Dominanz zu ringen, umgarnen sie sich im gegenseitigen Respekt. Eine völlige Auflösung bleibt aus.

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TROUM & raison d'être: "De Aeris In Sublunaria Influxu" (Essence Records)

TROUM & raison d’être: “De Aeris In Sublunaria Influxu” (Essence Records)

Vermutlich war das ineinander Aufgehen beider Klangideologien von Drone Records-Gründer Stefan Knappe, Martin Glitschel (TROUM) und Peter Andersson (raison d’être) auch gar nicht intendiert, zumal das proto-magnetische Regelwerk aus Konjunktion und Divergenz wohl kaum dort wirksam werden kann, wo fugenlose Kompatibilität die offene Auseinandersetzung im Keim ersticken würde.

Der ätherische, aus dem Unterbewusstsein schöpfende, transrationale Élan vital TROUMS trifft also auf den ins Unterbewusstsein zielende, oft monumental erhaben verdichtete Dark Ambient des Peter Andersson. Mit den Mitteln der Addition oder gar der Multiplikation den auf De Aeris In Sublunaria Influxu angewandten Verfahren auf die Schliche kommen zu wollen, ergibt freilich keinen Sinn. Das intellektuelle Vermögen büßt an Zahl- und Strahlkraft ein, wenn allein die Reflexion diffuser Interimszustände zur Valuta taugt.

So greift etwa bei Alio Tempore die von raison d’être bekannte, wohlige Antizipation der letzten Dinge pro forma Raum, doch wird dieser im Verlauf seiner temporären Dimension von scheinbar ungezielten Interventionen erschüttert und zersetzt, bis jegliche Orientierung nur noch auf ein Niveau führen kann, das sich der Reportage entzieht. Ähnlich geriert sich bei Flammae zunächst eine konkrete Nachvollziehbarkeit, wie sie bei raison d’être als fragmentarische Melodik häufig eingesetzt wird, um reale Bedrohungen oder Abgründe zu simulieren. Doch auch hier bewahrt die Onomatopoesie nicht die Oberhand, auch hier wird sie von einer genuin gegenstandslosen Klangästhetik in einen Auflösungsprozess überführt, sodass nur noch die Erinnerung dräuend nachzuhallen vermag. Doch die zunächst geschürte Furcht, sie bleibt überwunden.

troum.com
raison-detre.info/
facebook.com/raisondetreofficial
essence-music.com
dense.de

 

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