Le Very, im Zeichen der V

Lust auf Risiko

What’s in a name? Die Assoziationskette greift: Kosmopolitisches „le freak, c’est chic“, Post-Jet Set, Neo-Glamour downsized, anbei eine prekär-urbane Bodenhaftung mit (kunst-)akademischer Brechung – und das alles noch längst nicht ausgeträumt. Et voilà, bitte sehr zu kosten: Le Very aus Berlin. Nach der Auftakt-EP Playground quasi ohne Anlaufzeit mit Zoot Woman unterwegs auf Europa-Tour – sich dabei einer möglichst eleganten Gangbarkeit des Konzepts (Musik/Tanz/Licht) versichernd – werden nun anhand von V (Zukunftsmusik/Rough Trade, ab Freitag) die Kegel der Super Trouper auf die akut selbstleuchtende Imago gezogen. Licht trifft auf Licht, die Schatten schillern.

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Le Very: "V" (Zukunftsmusik/Rough Trade)

Le Very: “V” (Zukunftsmusik/Rough Trade)

Da fährt das reduzierte Artwork gleich noch einen feinen Konter. Doch dies nur nebenbei bemerkt. Eventuell würde es Naemi Simon, Nikolas Tillmann (vgl. Nias) und Milian Vogel an den Instrumenten sowie Ada Sternberg und Nuria Ranjana auf den Tanzböden daneben, dahinter oder davor fürs Erste genügen, weiterhin etwa als „eine der spannendsten und unberechenbarsten Pop-Formationen“ gehandelt zu werden (dass Le Very das gemeine Schlagwortrepertoire der Erklärungsinstanzen überstrapazieren, mögen sie als Nebenverdienst en passant nur zu gerne einstreichen). Doch – wie mit diesem Vorschusslorbeer aus anerkannter Eigenartigkeit umgehen, eventuell? Indem V groß angelegt wurde, nur um noch größer aus- und aufzufallen.

Unter den bisweilen geradezu absurd geglätteten Fassaden spitzfindig jene Projektionsflächen entdecken zu wollen, die Le Very beiläufig, kaltschnäuzig oder schlicht clever ausrollen, damit der unbedarft geneigte Hörer lustvoll auf ihnen ins Schleudern geraten möge, ist nur eine (wenn auch besonders feige) Herangehensweise. Genauso gut und besser könnte man auch unbeschwert genießen wollen, sähe sich aber spätestens zur unausweichlichen Neige des hedonistischen Ups getäuscht: „Still never enough for me/it brings you to your knees (…) And none will stay the same/we’re entering the obvious“ (Obvious). Die Einladung zu V anzunehmen, heißt die Hintergedanken tanzen zu lassen: „ein wildes, geiles und völlig unkalkulierbares Risiko“ (Nikolas Tillmann).

Le Very Live (on Tour mit KEØMA):

08.10. Berlin (Bi Nuu)
13.10. München (Kranhalle)
14.10. Leipzig (Täubchenthal)
22.10. Köln (Blue Shell)
23.10. Hannover (Lux)
24.10. Hamburg (Kleiner Donner)

Numbers
:
youtube.com/watch?v=umWUTwVUaFc

Palazzo Dell’ Amore:
youtube.com/watch?v=IsIVKzYkp60

Maybe (Berlin Sessions):
youtube.com/watch?v=WnFvi0MwokE

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