The Wild Wild

Sonne, Meer und Sterne

Benjamin Dunn aus Illinois hat sein Debütalbum zweigeteilt: Into The Sea, Into The Stars (Embassy of Music/Warner, ab Freitag). Dass sein fröhlich-fruchtiger Ü-Hit When We Were Young auf der sonnigen „A-Seite“ (Sea) aufzufinden ist, mag naheliegend sein. Doch braucht niemand die angeblich eher introspektiv gehaltene „B-Seite“ (Stars) zu fürchten, im Gegenteil. Der melodisch beseelte Dreampop schwingt sich hier zu jenen Höhen auf, die ihn im schönsten Licht erstrahlen lassen. Beste Laune mit schwelgerischem Überschwang, die ist bei The Wild Wild durchgängig Programm. Der Sommer kann bleiben.

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The Wild Wild: "Into The Sea, Into The Stars" (Embassy of Music/Warner)

The Wild Wild: “Into The Sea, Into The Stars” (Embassy of Music/Warner)

Wer will, der kann: Etwa von The Wild Wild auf die frühen Tears For Fears und Talk Talk schließen, muss dann aber gerechterweise die entsprechende Schwermut ausklammern. Tummelt sich The Wild Wild doch – wenn schon 80er-Verweis, dann richtig – eher auf dem unbeschwert liebreizenden Terrain von Real Life (Send Me An Angel) und Konsorten. Auch der melancholische Grundton des Wave/Synthpop weicht angesichts der wie mit purer Euphorie gestrickten Tracks aus dem nur scheinbar naheliegenden Referenzkader.

Es dominiert das Licht, der Schatten konzentriert sich auf die sich ab und an bemerkbar machenden Spuren der Redundanz. Denn die Arrangements bleiben weitgehend uniform, doch die feine Auswahl an altgedienten bis wiederentdeckten Keyboard-Sounds wetzen auch diese minimale Scharte aus. Auch die vermeintliche Gleichförmigkeit des Songwritings sollte nicht mit Eindimensionalität verwechselt werden. Mehrmaliges Hörern offenbart ausreichend Finten und Finessen en detail, um Into The Sea, Into The Stars ans Herz wachsen zu lassen. Den Gehalt an Realitätsferne, Eskapismus und Lebensbejahung zu bemessen, mag Geschmackssache bleiben. Geschmackssicherheit beweist Benjamin Dunn indes mit jeder Nuance seines rundum ergreifenden Albums.

thewildwild.com
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