Sylvain Chauveau & Ensemble Nocturne

Neuauflage: Down To The Bone [An Acoustic Tribute to Depeche Mode]

Der Titel ist Programm: Bereits 2005 veröffentlichte Sylvain Chauveau seine überwiegend auf Stimme und Piano reduzierten – sowie mit Cello, Klarinette, Kontrabass und dezenten Electronics angereicherten – Coverversionen, zum 28. August werden sie über Ici d’ailleurs ein weiteres Mal aufgelegt, erstmals auch auf Vinyl. Diese Wiederveröffentlichung ergibt Sinn, da die charakterstark an die Essenz rührenden und dabei keineswegs auf Distanz zu den Originalen gehenden Interpretationen des französischen Komponisten (Le Livre Noir du Capitalisme, Nuage) in jeden vernünftigen DM-Haushalt gehören, wo sie aber bislang leider weitgehend übersehen wurden.

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Sylvain Chauveau: Down To The Bone [An Acoustic Tribute to Depeche Mode] (Ici d'ailleurs)

Sylvain Chauveau: Down To The Bone [An Acoustic Tribute to Depeche Mode] (Ici d’ailleurs)

Sylvain Chauveau spannt den Bogen von Blasphemous Rumors (1984) bis Freelove (2001). Es sei angemerkt, dass sich aus der letzten Dekade wohl kein weiterer DM-Song angeboten hätte, um die Auswahl auf dem gegeben hohen Niveau zu erweitern. So reflektiert Down To The Bone auch die vermutlich unwiederbringliche Hochzeit einer der wichtigsten Bands aller Zeiten.

Trotz der uneingeschränkten Wiedererkennbarkeit zeigt sich bereits bei der Eröffnung (Stripped), dass Sylvain Chauveau die herausragenden Beispiele für hohe Liedkunst anders denkt als Martin Gore. Seine Arrangements setzen alternative Schwerpunkte, sie vernachlässigen den Aufgriff des Naheliegenden und legen so Nebenschauplätze frei, denen im Original eine eher unterstützend dienende Funktion zugedacht war. Das überrascht umso mehr, als die gegebene Reduktion doch eher einer Fokussierung, etwa auf die Melodieführung, zugute kommen müsste. Doch ergeht es ihr wie dem rhythmischen Unterbau: Sylvain Chauveau entkommt ihm, anstatt ihm Folge zu leisten.

Jeder Track genießt seine individuell neu erworbenen Eigenheiten, ohne an der Kenntlichkeit zu rühren – auch wenn der dramaturgische Kern von Home als glatt verfehlt erscheint oder bei Never Let Me Down Again die Potenziale des Songs in anrührend konventionelle Bahnen gelenkt werden. Der Versuchung, in dieser – hier beeindruckend exemplifizierten – Form mit sämtlichen Titeln zu verfahren, erliegt Sylvain Chauveau indes bei weitem nicht. Selbst das nervöse Death’s Door entwickelt ein spezifisches Eigenleben, das die Handschrift des einfühlsamen Fälschers deutlich verrät.

Never Let Me Down Again:
youtube.com/watch?v=UB7fE_fTzsg

facebook.com/sylvain.chauveau.music
icidailleurs.com
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