Porträts brasilianischer Komponist/innen XVII

Lôbos Initialzündung

Achtung Verwechslungsgefahr: Eduardus Lupus, ein Komponist der frühen Barockzeit aus Lissabon und Elias Álvares Lôbo, 1834 im heutigen zur Provinz São Paulo gehörenden Touristenort Itu geboren, haben außer der gemeinsamen Schriftmuttersprache nichts miteinander zu tun und Lôbo ist auch kein Verwandter von Heitor Villa-Lobos. Letzterer wirkte zunächst als Kapellmeister in seiner Geburtsstadt und wechselte seinen Wohnsitz später nach Rio de Janeiro. Dort wurde 1858 seine mit großer Aufmerksamkeit bedachte, dem amtierenden Kaiser Pedro II. gewidmete Missa a São Pedro de Alcântara durch die Capela Imperial aufgeführt.

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Der Dirigent und Hochschullehrer Elias Álvares Lôbo (1834 - 1901) kann als einer der rührigsten brasilianischen Komponisten sowohl auf dem Feld der geistlichen Musik als auch des anspruchsvollen Musiktheaters und der leichteren, gefühlvollen Muse gelten (http://jornalperisco-pio.com.br/site/ index.php/despojos-do-maestro-elias-lobo- serao-inumados-em- monumento-em-itu/).

Der Dirigent und Hochschullehrer Elias Álvares Lôbo (1834 – 1901) kann als einer der rührigsten brasilianischen Komponisten sowohl auf dem Feld der geistlichen Musik als auch des anspruchsvollen Musiktheaters und der leichteren, gefühlvollen Muse gelten (http://jornalperisco-pio.com.br/site/ index.php/despojos-do-maestro-elias-lobo- serao-inumados-em- monumento-em-itu/).

Im Jahr 1860 war es schließlich so weit: Am Teatro São Pedro de Alcântara wurde am 14. Dezember Lôbos A Noite de São João (“Die Nacht von São João”) nach romantischem Zuschnitt auf ein Libretto von José Martiniano de Alencar, dem ehemaligen Revolutionärs in Pernambuco und späteren Präsidenten des Bundesstaates Ceará uraufgeführt. Es handelt sich um nichts weniger als die erste vollgültige Oper eines in Brasilien geborenen Komponisten auf Mutterboden. Der Autor der literarischen Vorlage war bereits im März desselben für Lôbos’ Karriere so bedeutungsvollen Jahrs verstorben. Dabei war er nicht alleine ein Musiker im praktischen Sinn auf ganz unterschiedlichen Feldern: Im Jahr 1876 erschien sein für die Ausbildung des Nachwuchses in Brasilien wichtiges Handbuch Método de música. 1884 verließ er Rio de Janeiro und etablierte sich in São Paulo, um dort an verschiedenen Institutionen zu unterrichten, bevor er bereits sechs Jahre später zum Professor an der Escola Normal de São Paulo ernannt wurde.

Elias Álvares Lôbos Herkunftstadt Itu ist bekannt für ihre "großen Sachen" wie hier eine in Ohrmuschelform überdimensionierte  Telefonzelle ... (JetsonJones, 25.7.2010, p.d.)

Elias Álvares Lôbos Herkunftsstadt Itu ist bekannt für ihre “großen Sachen” wie hier eine in Ohrmuschelform überdimensionierte Telefonzelle … (JetsonJones, 25.7.2010, p.d.)

Neben seinen zwei Bühnenwerken und etlichen zum kirchlichen Gebrauch bestimmten Messen komponierte Elias Álvares Lôbo überwiegend unbeschwerte, auf spanischer, portugiesischer oder kreolischer Folklore beruhende Unterhaltungsstücke. Bereits drei Jahre nach dem Opernerstling kam das Musikdrama A Louca (“Die Verrückte”, 1861) auf die Bühne. Wenigstens zehn seiner Messen haben sich mit Erfolg durchgesetzt, darunter eine zum Anlass der Semana Santa komponierte. Zu seinen leichtfüßigeren Werken gehören Vertonungen der Liebespoesie des Rechtsanwalts und Journalisten Francisco Leite de Bittencourt Sampaio, etwa zu dessen Gedichten A Despedida (“Der Abschied”) oder Bem-te-vi, dessen Titel auf einen Sperlingsvogel der Gattung Pitangus anspielt. Seiner Heimatstadt setzte er ein kleines Denkmal mit Carnaval de Itu und schrieb gefühlvolle Musik wie Alegria de pobre (“Fröhlichkeit des Armen”) und Amor de mãe (“Mutterliebe”).

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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