Auf Touren in Europa und den Vereinigten Staaten

Unterwegs mit dem Cypress String Quartet

Ungewöhnliche und neue Einsichten in Werkstrukturen wurden dem nunmehr seit fast 20 Jahren existierenden Cypress String Quartet aus San Francisco ebenso bescheinigt wie ein gefühlvolles und gleichzeitig sehr expressives, zuweilen dramatisches Spiel. Der mittlerweile unübersehbar gewordenen Zahl an Konzerten, die Cecily Ward und Tom Stone als Geiger, Ethan Filner an der Bratsche und Cellistin Jennifer Kloetzel bisher (beinahe komplett) rund um den Globus gaben, verwundert es nicht, dass das Kleeblatt auch in den tieferen Schubladen der Quartettliteratur stöberte und bislang in Europa wenig vertraute oder gar nicht bekannte Werke ans Tageslicht förderte.

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Ein Baum und Dvoraks Kammermusikwerk als Namensgeber: die Zypresse (Champion Cypress Tree Trail, White River Refugee, 25.7.2012, U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters).

Ein Baum und Dvořáks Kammermusikwerk “Zypressen” (1887) fungierten als Namensgeber des weltreisenden amerikanischen Quartetts um Cecily Ward (White River Refugee, 25.7.2012, U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters).

Im Saal des Kulturvereins Zehntscheuer von Rottenburg am Neckar wird das famose Quartett am 8. November 2015 um 20 Uhr das Publikum mit einem für die Ohren hierzulande eher raren Programm in seinen Bann ziehen: Two Sketches des amerikanischen Impressionisten Charles Tomlinson Griffes und das Quartet No. 6 von Grammy-Preisträger George Tsontakis sowie Dvořáks so genanntes Amerikanisches Quartett umrahmen Samuel Barbers Beitrag zur Gattung und das Stück Lento Assai des 1972 im Staat Missouri geborenen späteren Pianisten, Hochschuldozenten und Pulitzer-Preisträgers Kevin Puts. Mit einer leichten Variation dieses Programms werden die Musiker nach zwei Zwischenstationen im WDR-Funkhaus Köln am 13. November um 18 Uhr zu Gast sein. Mit drei bedeutenden Streichquartetten aus Beethovens Schreibstube wird das Quartett seine Konzertserie im amerikanischen Westen, genauer am Jarvis Conservatory von Napa am 23. Januar 2016 um 19 Uhr fortsetzen. Weitere Konzerte in Berkeley, der heimatlichen Metropole San Francisco, Pittsburgh, Palo Alto, Sitka und in weiteren kalifornischen Städten stehen bis Ende Mai 2016 auf dem Plan.

Charles Tomlinson Griffes (1884 - 1920) "Two Sketches" gehören heute zu seinen beliebtesten Kompositionen (http://www.nndb.com/people/896/000116548, unbek. Fotografie, p.d.).

Charles Tomlinson Griffes (1884 – 1920) “Two Sketches” gehören heute zu seinen beliebtesten Kompositionen (http://www.nndb.com/people/ 896/000116548, unbek. Fotografie um 1900, p.d.).

Mittlerweile blicken die ehemaligen Absolventen bedeutender Musikerschmieden in den USA und Großbritannien auch auf eine reiche Aufnahmenproduktion zurück: Zu den wenigstens 15 Alben gehören Einspielungen von Schuberts Werken für die Besetzung, von Beethovens späten Streichquartetten, einem durchgehend amerikanischen Album einschließlich Dvořáks Hommage an sein Gastland, das die Deutschlandtour 2015 spiegelt, die Streichquartette 1, 5 und 6 eines mehr an traditioneller Harmonik ausgerichteten Zeitgenossen von Charles Ives, nämlich Benjamin Lees (1924 – 2010) und von einer Kompilation aus Werken von Joseph Haydn, Maurice Ravel und Erwin Schulhoff.

Die auf dem Amerikanischen Album vertrtetenen Kompositionen des Cypress String Quartet sind auch während der Deutschlandtournee im November 2015 zu hören (B00F4MFBVM, Avie Records 2013).

Die auf dem Amerikanischen Album vertrtetenen Kompositionen des Cypress String Quartet sind auch während der Deutschlandtournee im November 2015 zu hören (B00F4MFBVM, Avie Records 2013).

 

Zuletzt erschien bei Avie Records eine Aufnahme der sämtlichen mittleren Streichquartette Beethovens in einer Dreierbox (B00NG6FLYU). Die einfallsreichen Musiker, die ihr Quartett nach einer bekannteren Dvořák-Komposition benannten, begründeten im übrigen für die Saison 2015 und 2016 auch eine Reihe von Gesprächskonzerten mit jeweils anschließender Verkostung von Wein und Schokolade unter dem Titel Salon Series – sowohl für Fachleute als auch begeisterte Zuhörer gedacht …

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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