Interview mit Patient, Patient

„Wir können noch nicht abschätzen, in welcher Liga wir spielen“

Mit Of Illusions And The Way To Find (Fluttery Records) ist soeben das Debütalbum von Patient, Patient erscheinen, dessen Ausdrucksweise sich in etwa als melodischer Postrock im Songformat andeuten lässt. Unabhängig von dem obligatorischen Versuch einer Einordnung, überzeugt die fünfköpfige Band aus Paderborn mit einer handwerklich, aber auch emotional ansprechenden Auseinandersetzung hinsichtlich der Wechselwirkungen von Harmonie und Kontrast. Anders als der bekannteste Fußballclub ihrer Wahlheimatstadt benötigen Patient, Patient offenbar keinen „Effenberg-Effekt“, um den Aufstieg in eine Liga anzugehen, die den vorhandenen Potenzialen gerecht wird. Die Band vertraut auf ihre eigenen Stärken und darauf, dass sie die Voraussetzungen genießt, um diese auch weiterhin zur Entfaltung bringen zu können.

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Mehr als nur Geduld: Patient, Patient (Patient, Patient)

Mehr als nur Geduld: Patient, Patient (Patient, Patient)

amusio: „Die Geschichte von Euch beginnt im Jahr 2011, als Ihr mit den Erfahrungen aus diversen Schülerbands und noch vor Vollendung der Volljährigkeit Patient, Patient ins Leben gerufen habt. Nun das Debütalbum. Endlich?“

Tobi Donath: „Das Album ist die Folge einer gemeinsamen Fokussierung. Als Patient, Patient haben wir uns von diversen Stilen, die wir zuvor verfolgten, nach und nach entfernt. Und uns in eine Richtung entwickelt, die im vorläufigen Ergebnis auch eine Veröffentlichung rechtfertigt. Für den Indie Rock, den wir früher gespielt haben, beurteilen wir dies aus heutiger Sicht natürlich anders.“

amusio: „Euer aktueller Sound ist also auch das Ergebnis Eurer Verbundenheit untereinander. Und eben nicht Resultat des Inputs eines einzelnen Ideengebers, der die anderen Mitglieder von seinen Visionen überzeugen konnte?“

Markus Rogalski: „Genau. Patient, Patient verstehen wir als ein organisches Miteinander gleichberechtigter Elemente. Für Ego-Trips ist die Band also denkbar ungeeignet. Praktisch intensivierten sich Art und Grad der musikalischen Auseinandersetzung mit unserem gemeinschaftlichen Umzug nach Paderborn. Drei von uns haben eine Studenten-WG gegründet, mit eigenem Proberaum im Keller. Wir haben also die Voraussetzungen geschaffen, um ständig involviert zu sein und im direkten Austausch stehen zu können, wenn es um Patient, Patient geht.“

amusio: „Die Casa Patient, Patient sozusagen. Ist es Euch auf Of Illusions And The Way To Find gelungen, auch jene Spannungen aufzulösen, die ein derart engmaschiges Miteinander leider unweigerlich zur Folge hat?“

Jonathan Rosenfeld: „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir uns privilegierte Umstände und Voraussetzungen erschaffen haben. Die entsprechende Wertschätzung trägt vielleicht auch dazu bei, dass wir dazu in der Lage sind, auch alltägliche Konflikte mit musikalischen Mitteln zumindest sinnvoll zu kanalisieren.“

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