Grand Prix: deutscher Swing floppt, Harry Potter toppt

Alex Swings, Oscar Sings belegte Platz 20 von 25 Teilnehmern. Ein ernüchterndes Ergebnis, obwohl es keine so schaurige Blamage darstellte wie beim Vorjahres-Grand-Prix, als die No Angels wirklich kein Land so richtig für sich begeistern konnten. Der Sieger

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des bunten Pop-Abends beim Eurovision Song Contest, Alexander Rybak, wird überall als der weißrussisch-norwegische “Harry Potter” beschrieben.

Quelle: Indrek Galetin / eurovision.tv

Quelle: Indrek Galetin / eurovision.tv

Und tatsächlich: der junge Sänger/Geiger, der die Massen mit seinem irisch-angehauchten Märchensong “Fairytale” begeisterte, sieht mit seinem unschuldig-charmanten Lächeln, seinen Haaren und der gesamten Aufmachung aus, wie frisch aus den Zauberschüler-Filmen entsprungen. Um diese Ausstrahlung gut verkaufen zu können, passt es doch ganz gut, dass sein “Zauberstab” die Violine ist, und seine Magie die Musik. Und, dass er über Geschichten und Märchen singt. Sein “Oh-Wie-Knuffig”-Effekt war eben auch mit Sexappeal (Dita von Teese & Alex Swings Oscar Sings), Political Correctness (Israels “There Must Be Another Way” von Noa & Mira Awad) oder internationalen Musik-Größen (Patricia Kaas, Andrew Lloyd Webber) nicht zu toppen. Der Knuddelfaktor des talentierten Jungen bescherte seinem Land Norwegen in der Wertung einen unvorstellbaren Punktevorsprung, der irgendwann nicht mehr aufzuholen war.

Es war ein interessanter Contest, der zunächst sehr abwechslungsreich begann (Frankreich: Chanson, Schweden: Opern-Pop, Portugal: Hippie-Folklore), jedoch mit der Zeit die meisten Songs irgendwie gleich klangen – was daran liegt, dass anscheinend viele Länder auf Ethno-Mief setzten: immer derselbe Rhytmus, orientalisch-kaukasische Melodien. Ja, selbst der spanische Beitrag war nicht wirklich als solcher zu erkennen: Soraya hätte genauso gut für die Türkei, Aserbaidschan oder Armenien singen können – einen Unterschied hätte man wohl nicht gemerkt.

Wie Musizin es vorausgesagt hatte, konnte auch eine strippende Dita von Teese (die bis 1 Minute vor Song-Ende von den Kameras auch konsequent nicht erfasst wurde) nichts mehr für den ach so tollen deutschen Swing-Beitrag “Miss Kiss Kiss Bang” rausholen. Außerdem machte Oscar Loya mit seinem Auftritt wohl jegliche Bemühungen der hübschen Burlesque-Künstlerin zunichte: Eine silberne, bis zum geht-nicht-mehr glänzende, hautenge Leggins und ein bis zum Bauchnabel aufgeknöpftes Hemd an einem eher schmächtig gebauten, Möchtegern-Latin-Lover mit widerlich-gezupften Augenbrauen und dem wahrscheinlich höchsten Grad an Aufgesetztheit und “weiblichen” Moves bei der Performance… Alles andere als eine Augenweide, sowohl für die weiblichen als auch männlichen Zuschauer. Das musste ja schiefgehen. Übrigens: Oscar Loya und der “griechische Ricky Martin” Sakis Rouvas hätten bestimmt ein hübsches Paar abgegeben.

Quelle: NRK / eurovision.tv

Quelle: NRK / eurovision.tv

Kleiner Tipp fürs nächste Mal: Deutschland sollte einfach für den Eurovision Contest 2010 einen Künstler ins Rennen schicken, der viel Welpen-Charme besitzt, sowie einen russischen/ slawischen Hintergrund hat. Und wie wäre es zur Abwechslung mit ein wenig mehr Natürlichkeit, statt dem wohl künstlichsten Auftritt in der Grand-Prix-Geschichte? Statt Sexy-Dita zu genießen, mussten sich die deutschen Zuschauer vor dem TV mehrheitlich schämen.

Apropos Fremdschämen: ich denke, man hat im Fernsehen noch nie soviel schlechtes Englisch auf einem Haufen gehört wie beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Moskau. Und das nicht nur bei den internationalen Künstlern, deren Muttersprache offensichtlich nicht Englisch gewesen ist und sie anscheinend nicht wirklich wussten, worüber sie singen.
Es klappten sich mir zudem des Öfteren die Zehennägel hoch, als bei der Punktevergabe die Moderatoren der einzelnen Nationen nicht nur eine grauenhafte Aussprache an den Tag legten, sondern auch Grammatikfehler machten, die selbst ein Fünftklässler (der den Unterschied zwischen Singular und Plural ja schon kennt) mit einem Augenrollen honorieren würde: “Twelve points GOES to…!” Autsch! Auch unser Sonnenbank-Brutzel-Hähnchen Thomas Anders machte dem Klischee des Deutschen, der kein Englisch kann, alle Ehre.

Bitte, macht es im nächsten Jahr in Olso besser! Es tut so weh!

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