Kai Reznik – Scary Sleep Paralysis

Nothing has changed

Nolens volens Retro-Keule? Nachdem Kai Reznik von seiner Heimatstadt Belfort aus mit diversen Projekten in die stilistische Nähe zu Klumpblutrockern wie Treponem Pal geriet, meldet er sich aus der von ihm Ende der neunziger Jahre bezogenen Seine-Metropole zurück: Mit etwas völlig anderem, mit dem EP-Album Scary Sleep Paralysis (Atypeek Music). Sein digitales Instrumentarium auf den Stand von 1986 gebracht, zeigt er dem Zeitgeist vorgeblich die kalte Schulter, zieht er die Karte des Minimalismus, setzt auf sozusagen Risiko – doch kann sowieso nicht verlieren.

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Kai Reznik: "Scary Sleep Paralysis" (Atypeek Music)

Kai Reznik: “Scary Sleep Paralysis” (Atypeek Music)

Das Risiko bestünde in der Gefahr, dass seine extrem dünne Bretter bohrenden Eingebungen mangels Aufwand oder Finesse der Ignoranz anheim fielen. Der Ignoranz seitens all derer, die ein Mindestmaß an Anspruch gegenüber technischem Equipment und Soundbedarf hegen. Schließlich klingt Kai Reznik anno 2016 so circa wie Die Form, Trisomie 21, Charles De Gaulle (um in seiner Heimat zu bleiben) oder das akustische Setup eines Arcade Games – vor weit über 30 Jahren.

Erst wenn dieser Umstand als Stilmittel anerkannt wird, offenbaren sich die unterschwelligen Qualitäten, mit denen Kai Reznik an Dystopien rührt, die bei weitem nicht so obsolet erscheinen, wie die gewählten Mittel ihrer Andeutung und Vergegenwärtigung. Dass trotz der Annäherung an ein vielleicht nur verloren geglaubtes Lebensgefühl die entsprechenden Post-Szenen (noch) nicht angebissen haben, mag dem Fakt geschuldet sein, dass Kai Reznik keinerlei Interesse an Tanzflächen oder Pop-Strukturen zulässt. Kompromisslos stur zieht er seine Kreise, bis die Reprise von Monsters als Hidden Track als Erkenntnis in die Glieder fährt: Mögen die allgegenwärtigen Sounds auch von kreativen Reichtümern künden – die Conditio humana hat letztlich nichts davon.

facebook.com/trevor.reznik.79
atypeekmusic.com/Kai_Reznik.html

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