Digitaler Musikmarkt mit Plus von fast 20 Prozent – CD bleibt wichtigstes Medium

Auf seiner Jahrespressekonferenz „Musikindustrie in Zahlen 2012“ hat der Bundesverband Musikindustrie e.V. dem digitalen Musikmarkt ein Umsatzplus von 19,3 Prozent attestiert. Damit legten Downloads und Streams im Jahr 2012 kräftig zu. Wichtigstes Trägermedium bleibt jedoch die CD, auch wenn hier die Zahl verkaufter Exemplare leicht zurückgegangen ist. Mit einem Umsatzminus von 3,2 Prozent erlebte der bis dato stabile Musikmarkt insgesamt einen leichten Dämpfer. Der Gesamtumsatz aus Musikverkäufen betrug im Jahr 2012 1,44 Milliarden Euro.

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Immer noch das Zugpferd der Musikindustrie: die CD / Foto: Irargerich (Creative Commons)

Immer noch das Zugpferd der Musikindustrie: die CD / Foto: Irargerich (Creative Commons)

Obwohl CDs mit 93 Millionen verkauften Exemplaren nach wie vor das wichtigste Medium im Musikmarkt darstellen, holt der digitale Bereich weiter auf. Im letzten Jahr lag das Umsatzverhältnis von digital zu physisch bei 1:4. Trotz des Plus von 19,3 Prozent liegt der digitale Markt mit 290 Millionen Euro Umsatz jedoch noch weit hinter dem traditionellen Markt.

Dort generiert die CD mit 1 Milliarde Euro immer noch den größten Umsatz. Die haptische Verankerung der Musikliebhaber zeigt auch noch ein anderer Gewinner: Die Anzahl verkaufter Vinyl-LPs stieg um 36,4 Prozent mit einem dazugehörigen Umsatzplus von über 40 Prozent.

Die Zahlungsbereitschaft für Musik geht jedoch weiter zurück. 2012 betrug der Anteil der Nichtkäufer 63 Prozent. Nur 3,4 Prozent der Käufer generieren 43 Prozent der Umsätze auf dem Musikmarkt; die Generation 50 Plus generiert rund ein Drittel des Gesamtumsatzes. Erstmalig teilten sich 2012 Online- und Offline-Handel die Käufe gut 50:50.

Und noch einen Sieger hat das Musikbusiness zu vermelden: die deutsche Musik. Fast 60 Prozent der Alben in den Top-100-Charts des vergangenen Jahres kamen aus nationalem Repertoire. Gleich sieben deutsche Interpreten finden sich in den 2012er Top-10-Alben-Charts. Das Genre Pop ist mit 33 Prozent Marktanteil der umsatzstärkste Bereich.

Trotz leicht schwächelnder Umsätze zieht die Musikindustrie eine positive Bilanz und blickt mit Optimismus nach vorn. Vor allem vom digitalen Markt wird in Zukunft viel erwartet.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

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