Juliette Lewis And The Licks in Köln

Oldieparade mit Furie

Es ist ein extrem heterogenes Publikum, mit dem sich der große Saal des Bürgerhaus Stollwerck im Herzen der Kölner Südstadt komplett füllt. Juliette Lewis scheint auch nach mehrjähriger Abstinenz und ohne neues Album im Gepäck – allein aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihres ungebrochenen Willens, auf der Bühne die Sau rauszulassen – breite Schichten samt einer ganzen Reihe von äußerlich zu definierenden Subkulturen anzusprechen. Während ihr Repertoire, wie weite Teile ihres Publikums, in die Jahre gekommen ist, lässt sie in Köln kaum eine Gelegenheit aus, um zu beweisen, dass sie sich selbst noch drauf hat.

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Juliette Lewis in Köln (Stephan Wolf)

Juliette Lewis in Köln (Stephan Wolf)

Als Inbegriff einer enthemmtem Rock’n’Roll-Emphase, die überkommene Macho-Allüren durch den Transfer aufs betont Weibliche modernisiert, funktioniert die Oscar-Nominierte nach wie vor. Daran lässt ihr Auftritt zu Köln von Beginn an nicht den geringsten Zweifel. Den Griff zum Ingwertee zwischendurch nicht scheuend, ist physische Verausgabung Programm. Um die Authentizität ihres Treibens zu überprüfen, genügt es, sie nicht mehr aus den Augen zu lassen. Weil dies im Laufe des gesamten Gigs ohnehin schier unmöglich bleibt.

Routiniert und solide bereiten die Licks das Fundament, auf dem Juliette ihre Kapriolen schlägt. Ihre Präsenz ist bestechend, einige Schreie gehen durch Mark und Bein, die Stimmung steigt. Da fällt es kaum auf, dass ihre Setlist inzwischen doch ziemlich Staub angesetzt hat. Es drängt sich sogar der Verdacht auf, dass es einer Juliette Lewis durchaus genügt, sich durch gut abgehangene Standards zu schlagen.

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