LUH im Kölner YUCA Club

Traumpaar im Soundbrei

Da überschlagen sich die einschlägigen Musikpostillen mit zum Teil hymnischer Anerkennung, da laufen Exzerpte des formidablen Debütalbums Spiritual Songs For Lovers to Sing (Mute/GoodToGo) tagtäglich auf den angesagtesten Alternativ-Sendern der Nation, da scheint ganz Berlin bereits vom LUH-Virus erfasst zu sein – und dann finden sich im Kölner YUCA Club gerade mal rund siebzig Gäste ein, um die von Ellery Roberts (Ex-WU LYF), Ebony Hoorn und ihren beiden Live-Begleitern ausgehende Energie leibhaftig zu erfahren. Eine Schande? Ein Missverständnis? Ein Mangel an Außenwerbung? Oder ist die Zeit – zumindest in Köln – noch nicht reif für LUH (Lost Under Heaven)?

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Ebony Hoorn, LUH, Köln, Yuca Club (Stephan Wolf)

Ebony Hoorn, LUH, Köln, Yuca Club (Stephan Wolf)

Nachdem der schüchterne Barde Adam Byckowski alias Better Person die Nähe zu Roxy Music aufgesucht hat, ernüchtert neben dem quantitativ erbärmlichen Zuspruch der gebotene Sound. Offenbar gelingt es nicht, die immense Wucht und expressive Fülle des LUHschen Soundkosmos zu bändigen.

Die Höhen überlagern die Details, da tut es dann auch nichts mehr zur Sache, dass die Band gegen Mitte ihres Sets die Zügel löst und sich der Enthemmung hingibt. Sehr zur Freude der Anwesenden, die in Kenntnis des Songmaterials ziemlich genau verinnerlicht zu haben scheinen, worum es den beiden Hauptakteuren geht: Um eine emotionale Offensive kontra ubiquitärer Resignation. Wer jedoch das Album nicht kennt, dürfte betrüblicherweise nur einen uneinheitlich lärmigen Soundbrei vernommen haben.

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