Teho Teardo, Blixa Bargeld, Ensemble

Notte sancta a Colonia

Ungeachtet des in der Kölner Kulturkirche ohnehin nur schwer zu zähmenden Sounds, der Abzüge in der B-Note hervorruft, erleben die zahlreich Angereisten einen Abend, der sie fortan durch ihr Leben als Gesandte begleiten wird. Was Teho Teardo, Blixa Bargeld und das sie begleitende Ensemble aus Bassklarinette, Cello und Streichquartett in der Kirche bieten, lässt die Auferstehung als etwas Gewesenes erscheinen.

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(Stephan Wolf)

(Stephan Wolf)

Erst gegen Ende des Hauptprogramms (auf das noch zwei Zugaben von insgesamt halbstündiger Dauer folgen) wird klar, dass Blixa Bargeld weiß, wo er sich befindet. Er streicht seinem Kompagnon lächelnd über dessen Glatze, und ergeht sich in einem kleinen, feinen Kommentar. Den Kölner Hauptbahnhof betreffend. Weiterhin kann er seine Freude darüber, dass sein Publikum tobt, kaum verhehlen. Teho Teardo, der den ganzen Abend über seine Gitarre wahlweise als Bass oder Orchester einsetzt, signalisiert der Distanz nebenan: „Komm Junge, lach doch auch mal.“ Mit Erfolg.

Während das Licht eines der längsten Tage des Jahres durch verzierte Schneisen dringt, ereignet sich die Verschmelzung von Nerissimo und abgründiger Affirmation an das, was gemeinhin als Helligkeit verstanden wird. Das Publikum, fokussiert wie die Akteure, ergeht sich an einem Rausch aus Melodik, Dramatik und Ironie. Die Liebe wird spürbar, jeder kann mit jedem, wenn – zum Beispiel – Blixa Bargeld zu einem der schönsten je geschriebenen Liebeslieder ansetzt: Ich bin dabei.

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