Black Orchid: Malia singt Nina Simone

Malia singt Nina Simone. Abwegig ist das nicht, verbindet doch beide neben der musikalischen Vorliebe für Jazz, Blues und Soul eine Biographie, die sie aus Übersee nach Europa führte. Nina Simone (1933-2003) kam aus North Carolina und verbrachte ihre letzten Lebensjahrzehnte vorwiegend in Frankreich, wo sie auch starb. Malia stammt aus Malawi und lebt seit ihrer Jugend in London. Bei den Aufnahmen zu Black Orchid wurde Malia von französischen Musikern begleitet. Auch das kann man als Hommage an Nina Simone verstehen.

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Malia: Black Orchid (2012). Quelle: Universal Music

Müsste man das gesamte Album mit einem Adjektiv versehen, wäre es wohl „behutsam“. Behutsam ist die instrumentelle Begleitung, behutsam ist auch der Gesang und die Herangehensweise von Malia an ihr Sujet. Heraus kommt ein überaus behutsames, leises, meist auch sehr langsames Album. Ein zweites Adjektiv wäre „präzise“. Denn überaus präzise ist Malias Gesang, sie lässt nie auch nur den geringsten Zweifel, wie ein Song zu klingen hat.

Behutsam und präzise. Leise und langsam. Und doch ist da der Wiedererkennungswert, den manche Songs auf diesem Album haben. „I Love You Porgy“, „That’s All I Want From You“ oder „I Put A Spell On You“, ein Song, den auch eingefleischte Fans der Rockband „Creedence Clearwater Revival“ noch im Ohr haben. Überaus eingängig ist der Refrain bei „Baltimore“, ein Stück, das darüber hinaus von seinem stetigen Spannungsaufbau profitiert. „Wild Ist The Wind“, der vorletzte Song auf dem Album, zeichnet sich durch Malias melancholischen Gesang aus, lebt aber zugleich von der ungeahnten Steigerung von Rhythmus und Lautstärke am Ende. Somit definitiv das lauteste Stück von Black Orchid.

Black Orchid (2012) ist nach Yellow Daffodils (2002), Echoes of Dreams (2004) und Young Bones (2007) das vierte Album von Malia. Und auch wenn es verlockend sein mag, es eignet sich zu mehr als bloßer Hintergrundmusik zu einem guten Essen. Wer genau hinhört, wird reich belohnt. Nur muss man genau hinhören, es ist ein Album der leisen Töne.

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Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.

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