Keinen Grimme-Preis fürs Dschungel-Camp

Kein Eklat und keine Auszeichnung fürs Trash-TV: Trotz starker Einschaltquoten und anhaltenden Diskussionen in den Medien hat es die RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nicht in die Liga der Grimme-Preis-Träger geschafft. Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Medien-Schaffende über die Nominierung empört. Den angesehenen Fernsehpreis erhielten dagegen andere: Ausgezeichnet wurde zum zweiten Mal „Der Tatortreiniger“, diesmal mit der Folge „Schottys Kampf“. Darin wird Tatortreiniger Schotty (Bjarne Mädel) in ein braunes Vereinsheim gerufen und ficht dort seinen ganz eigenen Kampf mit dem Anführer der Truppe aus. Den Kampf gewinnt Schotty schließlich mit einem riesigen Augenzwinkern – und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

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Da ist Tatortreiniger Schotty (Bjarne Mädel) in einem ganz braunen Sumpf gelandet. Foto: NDR/Thorsten Jander

Da ist Tatortreiniger Schotty (Bjarne Mädel) in einem ganz braunen Sumpf gelandet. Foto: NDR/Thorsten Jander

Ebenfalls in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet wurde Pro Siebens „Switch Reloaded – ‘Wetten dass…?’-Spezial“. Mit der Sendung wurde die „Wetten dass…?“-Premiere von Moderator Markus Lanz satirisch aufs Korn genommen.

„Es ist so ungewöhnlich wie gerechtfertigt“, so Grimme-Chef Uwe Kammann, „dass der ‚Tatortreiniger’ schon zum zweiten Mal einen Preis erhält. Die thematisch so ausgefallene, weil hochpolitisch zugespitzte Folge bietet schlicht eine nochmalige Qualitätssteigerung, unkonventionell in jeder Hinsicht.“ Die Unterhaltungssatire „Switch Reloaded“ wiederum stehe für intelligente und perfekt funktionierende Fernsehparodie.

Über weitere Auszeichnungen freuen dürfen sich wieder hauptsächlich die öffentlich-rechtlichen Sender: In der Kategorie Fiktion wurden etwa „Das Ende einer Nacht” (ZDF) mit Ina Weisse und Barbara Auer, „Der Fall Jakob Metzler“ (ZDF) mit Robert Atzorn sowie der Zweiteiler „Der Turm“ (u.a. WDR, degeto) mit Jan Josef Liefers und Claudia Michelsen mit Preisen bedacht. Alle Produktionen zeichnen sich laut Grimme-Direktor Uwe Kammann durch „markante Erzählweisen mit jeweils sehr individueller Handschrift“ aus.

In der Kategorie Information und Kultur gab es fünf Trophäen. Thomas Riedelsheimer etwa wird für seinen Film „Seelenvögel“ (WDR) ausgezeichnet, in dem er drei an Leukämie erkrankte Kinder begleitet. Für das Portrait „Vaterlandsverräter“ (ZDF/ARTE) über den früheren DDR-Schriftstellers Paul Gratzik erhält Annekatrin Hendel eine Auszeichnung. Einen Grimme-Preis in der Kategorie „Spezial“ erhält Bettina Braun für ihre Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten in der Dokumentar- Triologie „Was lebst Du?“, „Was du willst“ und „Wo stehst du?“ (ZDF).
Insgesamt werden in den drei Wettbewerbskategorien Fiktion, Information und Kultur sowie Unterhaltung zwölf Preise vergeben. Die 49. Verleihung des Grimme-Preises findet am 12. April im Theater der Stadt Marl statt.

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Über Marie-Chantal Tajdel

Über Marie-Chantal Tajdel: Freie Journalistin/Autorin. Tätig für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen in Norddeutschland. Vorlieben: Querbeet von Klassik und Barock über Oper und Chormusik bis zu Alternative, Punk Rock und Metall - nur handgemacht muss die Musik sein. Außerdem eine Liebe zu Kunst, Literatur, Theater - und fürs Segeln.

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