Prophecy Fest 2016

Die Höhe in der Höhle

Bohren und der Club of Gore beim Prophecy Fest 2016 (Stephan Wolf)

Bohren und der Club of Gore beim Prophecy Fest 2016 (Stephan Wolf)

Diesen begrüßenswerten Umstand wissen auch Bohren und der Club of Gore als Sondergäste weidlich auszunutzen: Der gestrichene Bass zerrt am Beinkleid, während die auf Geheiß der Band weitgehend abgedunkelte Höhle wie in ihren Urzustand zurückversetzt scheint. Als erste Band in der Geschichte des Fests, die nicht bei Prophecy unter Vertrag steht, stellt ihr einzigartig (an-)ästhetisierender Sound für so manchen Besucher eine Überraschung dar, die den Veranstaltern hiermit geglückt ist. Wie gewohnt erweisen sich dabei die lakonischen Ansagen des Herren Bohren als Sahnehäubchen („unsere Kompositionen sind in etwa so wie keine Möbel besitzen, aber eine Putzfrau haben“).

Mick Moss, Antimatter (Stephan Wolf)

Mick Moss, Antimatter (Stephan Wolf)

Antimatter bereiten anschließend ihrem Publikum eine besondere Freude, indem sie ausschließlich die ergreifendsten Titel ihrer ersten Schaffensphase (2000-2007) zum Besten geben. Die Band um Mick Moss ist einwandfrei gewappnet, sich den Spannungsbögen ihrer Setlist wohl bewusst. Und doch unterstreichen im Vergleich die beiden letzten Veröffentlichungen (Fear Of A Unique Identity, The Judas Table), welche für heute ausgespart bleiben, wie viel an songwriterischer Varianz und Cleverness Mick Moss mit den Jahren hinzugewonnen hat. Doch die im Publikum reichlich vorhandenen Nostalgiker genießen den Gig sichtlich und verdientermaßen.

Eine unerwartete Wall of Sound aus fünf (!) Gitarren, zwei (!) Drumkits und nur einem Bass erbauen GlerAkur bei ihrer, natürlich, Live-Premiere. Hier stößt nun auch das Vermögen des verantwortlichen Tontechnikers an seine Grenzen, doch der Impact, den die Isländer auslösen, lässt dennoch so manche Lade ungläubig nach unten klappen – und war auch angesichts der eher verhalten anmutenden Debüt-CD Can’t You Wait ein nur allzu gern vernommener Affront für die Sinne.

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