Musik der Karibik XXXIII

Wildkatzensprünge von Kuba

… entfernt liegen die Turks- und Caicosinseln mitsamt der Mouchoir Bank verträumt im grünblau schillernden Meer. Bei Ripsaw Music handelt es sich um den Exporthit dieser Eilande, vor allem aus deren nördlichen und mittleren Regionen bekannt. Mit dem Ripsaw-Stil ist aber nicht das rhythmische Kratzen auf der Säge, das klanglich dem dominikanischen und haitianischen Güiro ähnelt, alleine gemeint, sondern ebenso ein bestimmter Musikstil. Für ihn steht etwa das Quintett Five Cays Under the Tree Ripsaw Band, das unter anderen beim Conch Festival in Blue Hills in der größten Stadt Providenciales auftritt. Die Formation von der Hauptinsel Grand Turk setzt sich aus einem E-Gitarristen und Sänger, einem E-Bassisten und zwei Perkussionisten zusammen, die regelmäßig durch einen Mundharmonikabläser bereichert werden.

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Beliebtes Ausflugsziel bei US-Amerikanern ist zur Festivalzeit - und wegen des stabil warmen Klimas zu jeder Jahreszeit - die Inselgruppe der Turks & Caicos (Kelisi, Juli 2007, GNU Free Doc. Lic.).

Beliebtes Ausflugsziel bei US-Amerikanern ist zur Festivalzeit – und wegen des stabil warmen Klimas eigentlich durchgängig – die Inselgruppe der Turks & Caicos (Kelisi, Juli 2007, GNU Free Doc. Lic.).

Das britisch regierte Atoll in der Nordostkaribik, das auch einmal zu Jamaica gehörte, ist überwiegend von folkloristischen sowie – bedingt auch durch die Nähe zu Florida - touristisch relevanten Pop- und Rockszenen geprägt. Von diesen leben außer an Montagen die Konzertveranstalter der Club Locations, Bars und Restaurants: So spielen Soul Redemption im Regent Palms, Fingersmith in der Opus Wine Bar und Island Music im Mango Reef. Legendär und angesagt sind auf den Inseln Musiker wie Correy Forbes & The Racooneers, der Newcomer Quinton Dean oder die TCI Police Force Combo Band, die das traditionelle folkloristische Programm einschließlich Märschen und Jingles pflegt. Für Events in der pankaribischen, auch von internationalem Repertoire geprägte Steel-Drum-Szene sorgt hier die Clement Howell High School Steel Drum Band.

Am Strand - abseits von den Combos, die Bars und Restaurants auf Grand Turk in Schwung halten (Jonathan Palombo, 21.11.2012,  CC-Liz.)

Strandidylle (?), jedenfalls abseits von den Combos, die Bars und Restaurants auf Grand Turk in Schwung halten (Jonathan Palombo, 21.11.2012, CC-Liz.)

Der Dominanz des populären Sektors entsprechend haben es klassische Komponisten und Events eher schwer, hier Fuß zu fassen. Möglicherweise schaffte es ja das im (un)weit gelegenen Florida residierende US-amerikanische Turtle Island (String) Quartet, mit seinem Track Blue Rondo à la Turk auf die Turk-Inseln aufmerksam zu machen. Ob hier nicht doch nur auf Mozarts Rondo alla turca angespielt wird, bleibt aber fraglich … Wie dem auch sei, mit dem weithin bekannten Turks and Caicos Music and Poetry Festival bringt sich die Inselgruppe immer wieder in gute Erinnerung, dank dort auftretender Stars wie Boyz II Men, Chaka Khan, Maxi Priest und die TCI All Star Band. Als echten infrakaribischen Kulturtransfer darf man übrigens die Wanderung der Ripsaw Music zu den Bahamas bezeichnen, wo sie unter dem Begriff Rake-and-scrape verbreitet ist.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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