Interview mit Avec

„Es gelingt mir nicht, fröhliche Lieder zu schreiben“

Die aus Oberösterreich stammende Avec avanciert derzeit als eine der herausragendsten jungen Songschreiberinnen des deutschsprachigen Raumes – auch wenn sie das englische Idiom auserkoren hat, um ihrem Drang nach Ausdruck und Verständnis Rechnung zu tragen. Ihr Debütalbum What If We Never Forget hat sich – in Auszügen – längst in den Playlists der (alternativen) Radiosender etabliert, auch wenn sie dort zu einem betont unverbindlichen Hang zur Inszenierung vager Melancholie und artifizieller Desillusion neigt. Auf ihrer aktuellen Akustik-Tour offenbart sie ein etwas anderes, wenn auch nicht allzu fern liegendes Gesicht: natürlich, geradezu puristisch und überraschend verbindlich. Die derart entstehende Kluft zwischen Album und Bühne überwindet sie anlässlich ihres Konzerts in der Wohngemeinschaft zu Köln mit nahezu unverschämter Souveränität. Kein Wunder, wenn man, wie Avec, soeben anlässlich der Feierlichkeiten anlässlich der Wiedervereinigung des, von ihr aus gesehen, großen Nachbarlandes eine ganz besondere Art der Feuertaufe durchlaufen hat.

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Avec (Ralf Scholl)

Avec (Ralf Scholl)

amusio: „Hi Avec, gestern durftest du gemeinsam mit deinen Begleitern in Dresden hochoffiziell eine Veranstaltung des deutschen Bundes im Zusammenhang mit dem Gedenktag der Wiedervereinigung beschallen. Wie kam es dazu? Und – wie war es?“

Avec: „Tja, das haben wir unserem Booker zu verdanken. Wir wollten einen day-off nach Möglichkeit vermeiden, um nicht aus dem Tritt kommen. Da wir am Abend zuvor ohnehin in Dresden gespielt hatten, waren die Voraussetzungen gegeben. Und so konnten wir uns als musikalischer Pausenfüller, beziehungsweise als Untermalung für drei separate Viertelstunden, auf der zentralen Info-Veranstaltung präsentieren. Es war nicht die Traumerfüllung eines jeden Musikers, doch ich verbuche diese Angelegenheit als wertvolle Erfahrung.“

amusio: „Und das alles als Österreicherin…“

Avec: „Nun ja, dass mir der Tag der deutschen Einheit an sich nicht allzu viel bedeutet, mag man mir nicht zum Vorwurf machen (lacht).

amusio: „Und es ist auch keiner wegen dir oder euch zu dieser Veranstaltung gekommen, oder?!“

Avec: „Wohl eher nicht.“

amusio: „Die waren ja alle schon am Abend davor im Beatpol…“

Avec: „Im Beatpol war es super! Die Location ist an sich schon sehr beeindruckend. Und wenn dann noch an die 150 Leute kommen, weil sie von mir irgendwie zuvor schon gehört haben, ist das schon ein ganz besonderes und vor allem auch ermutigendes Erlebnis.“

amusio: „Auf dem Reeperbahnfestival warst du kurz davor auch, dito im Berliner Auster Club. Morgen noch Frankfurt, dann geht es zurück in die Heimat, nach Österreich. Coming home?“

Avec: „Sicher bin ich in Österreich bekannter, oder besser gesagt: präsenter als in Deutschland. Entsprechend gestaltet sich der Zulauf. Aber, so sehr ich die mir lieben Leute in Wien, Graz oder Salzburg auch wertschätze, so stellt sich ein wahres Heimatgefühl nur in Vöcklabrück ein. Dort wohne ich. Und – gibt es dort einen kleinen Club. Dort zu spielen, das ist Heimat!“

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