Kim Myhr - Bloom

Verschmelzung und Verhältnismäßigkeit

Dem norwegischen, auf improvisierte, experimentelle, freijazzige oder auch avantgardistische Musik spezialisiertem Label Hubro gelingt, wovon artverwandte Firmen oftmals (leider) nur träumen können: Allmonatlich gleich mehrere Veröffentlichungen auf den Weltmarkt zu lancieren, die sich stets durch hohe Qualität und Relevanz auszeichnen. Exemplarisch sei das neue Album des komponierenden Gitarristen Kim Myhr – Bloom (Hubro/Broken Silence, ab Freitag) – kurz vorgestellt.

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Kim Myhr: "Bloom" (Hubro/Broken Silence)

Kim Myhr: “Bloom” (Hubro/Broken Silence)

Nicht ohne zuvor einen wohl begründeten Verdacht zu äußern. Denn da auf Hubro fast ausschließlich norwegische Künstler veröffentlichen, die einer als einzigartig zu bezeichnenden (nationalen) Musikkultur entstammen, dürfte sich der erstaunlich hohe Output des Labels auch mit den besonders günstigen Gegebenheiten seiner Provenienz erklären lassen. Unser heutiger Exponent verdient sich bereits seit Jahren eine weltweit anerkannte Reputation als Komponist für Kammerensembles und Theaterproduktionen. Doch erst 2014 veröffentlichte er das erste Album unter seinem Namen: All Your Limbs Singing.

Sein Nachfolger führt nun den dort eingeschlagenen Weg im Grunde fort, erlaubt sich aber vergleichsweise größere Freiheiten bei der Auswahl der Mittel sowie der Ausgestaltung im Detail. Anstatt allein der Zwölfsaitigen zu huldigen, werden nun etwa der Zither großzügig bemessene Räume gewährt (Swales Feel). Oder die Electronics in ihrer Kenntlichkeit belassen (Peel Me).

Und das, bevor Kim Myhr bei den abschließenden 10:47 von Milk Run Sky die Zügel im Sinne eines naturbelassenen Vibes der Akustischen zunächst anzieht, um das Album hinsichtlich seiner Stringenz – in einer rauschhaften Verschmelzung sämtlicher auf Bloom präsenter Klangerzeuger – gleichsam wieder aufzulösen. So stehen die Teile des Ganzen und ihre Summe endlich in einem harmonischen Verhältnis, das nicht zuletzt dazu angetan ist, diverse Blockaden beim Zuhörer zu lösen und mit einer bescheidenen Ahnung von Transzendenz zu ersetzen.

kimmyhr.com
facebook.com/kimmyhr
hubromusic.com

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