Line Gøttsche - Omonia

Naschwerk im Kaffee

Die Dänin Line Gøttsche hat als ausgebildete Violinistin und Mitglied der Electropop-Band Belle Ville mit Omonia (Velvet Mode) ein 28-minütiges Werk vorgelegt, mit dem angesichts ihrer bisherigen Meriten nicht unbedingt zu rechnen war. Umso mehr verblüfft die Art und Weise, wie sie ihr Konzept (Piano, etwas Geige und Stimme) zu einem ungemein stimmigen Amalgam ausgestaltet, bei dem das romantisierende Klangbild – samt einer klar akzentuierenden, mitunter gar lieblichen Stimme – in sinnstiftender Weise Konflikte mit den textlichen Aussagen heraufbeschwört.

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Line Gøttsche: "Omonia" (Velvet Mode)

Line Gøttsche: “Omonia” (Velvet Mode)

Während also das Klavier reizende Belle Epoque-Assoziationen hervorruft, transferiert Line Gøttsche ihre von einer tendenziell eher unerfüllten, zweifelhaften Liebe kündenden Lyrics auf eine metaphorische Ebene, die für sich durchaus Tagesaktualität beansprucht. So wird aus dem nostalgischen Sujet ein geschärfter Blickwinkel auf die Entfremdungserscheinungen (post) moderner Provenienz.

Doch dies alles nur auf die Gefahr hin, zu verkennen, dass es sich bei Omonia um ein Mini-Opus handelt, mit dem sich ganz hervorragend Biskuit und Praliné ins nachmittägliche Heißgetränk tunken lässt. Mit einem Blick, der, zwischen Zärtlichkeit und Ernst changierend, erneut eine Zweischneidigkeit heraufbeschwört, die sich indes mit dem ein oder anderen Seufzer auflösen lässt: wie Naschwerk im Kaffee.

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