Interview mit Cris Frickenschmidt (Alphamay)

„Unser Konzept funktioniert“

Cris Frickenschmidt & Henning Hammoor, Alphamay (Alphamay)

Cris Frickenschmidt & Henning Hammoor, Alphamay (Alphamay)

amusio: „Wer hat das letzte Wort?“

Cris Frickenschmidt: „Es ist im Grundsatz abgemacht, dass ich das letzte Wort habe. Henning ist der Ansicht, dass Alphamay in erster Linie mein Baby ist. Gut, ich schreibe die Musik, ich mixe und mastere sie und investiere viel Zeit, um das Projekt am Laufen zu halten. Andererseits nehme ich seinen Input dankbar auf. Ich möchte ja keine Marionette vor mir stehen haben, die sich damit abmüht, etwas zu interpretieren, was allein auf meinem Mist gewachsen ist. Insofern möchte ich auch viel lieber von Alphamay als unserem gemeinsamen Kind sprechen.“

amusio: „In anderen Konstellationen wird an einer solchen Auffassung gerne gescheitert…“

Cris Frickenschmidt: „Wir spielen beide seit rund zwanzig Jahren in Bands. Zunächst geht man ja davon aus, dass eine Band eine Demokratie sein sollte. Das klappt anfangs vielleicht auch ganz gut. Doch dann treffen plötzlich studierte Musiker, Halbwissende und reine Bauchmusiker aufeinander. Und dann geht der Ärger los. Es entstehen Konflikte, die sich nicht mehr demokratisch lösen lassen. Wenn dann nicht jemand die Veto-Karte ziehen kann, geht alles in die Hose. Eine Band funktioniert an besten als eine Diktatur, in der sich alle wohlfühlen.“

amusio: „Wie fällt – abseits von Alphamay – dein musikalischer Rückblick 2016 aus?“

Cris Frickenschmidt: „Ich habe erstaunlich wenig neue Musik gehört. Das beste Konzert auf Clubebene war sicherlich Bohren und der Club of Gore in Bremen. Und auf der ganz großen Bühne durfte ich zweimal David Gilmour erleben: Open Air in Wiesbaden und in der Royal Albert Hall zu London. Ich befand mich wie in einer Zeitblase. Der Sound war extrem gut abgestimmt und ausgesteuert. Er erinnerte an eine Klangqualität, wie man sie früher vielleicht von seinen kostspieligen HiFi-Anlagen zuhause kannte. Wenn nicht gleich an die im Studio, Studio-Qualität im Stadion, wenn man so will. Ich vermute, David Gilmour geht es nicht ums Geld. Was der haben will, ist perfekter Sound und perfektes Licht.“

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