Neue Noten

Fauchois’ Masken

Wenn diese Komposition auch erst in zwei Jahren ihren 100. Geburtstag vollendet, ist im Vorfeld jetzt schon eine Neuedition auf den Notenmarkt gekommen: Robin Tait legte jetzt eine annotierte wissenschaftlich-kritische Neuausgabe der Orchestersuite Masques et Bergamasques vor, wobei der “Urtext” des heiter-entspannten op. 112 auf der französischen Gesamtausgabe Gabriel Fauré – Œuvres complètes beruht.

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Historisch-kritischen Neuausgabe von 'Masques et Bergamasques' durch Robin Tait (ISMN 9790006562541, BA7894, Bärenreiter Urtext)

Historisch-kritischen Neuausgabe von ‘Masques et Bergamasques’ durch Robin Tait (ISMN 9790006562541, BA7894, Bärenreiter Urtext)

Die erst 1918 dank eines Auftrags des Prinzen Albert I. von Monaco begonnene Arbeit greift zum Teil auf ältere Kompositionen zurück. So fußt die Ouvertüre auf einem Klavierstück aus dem Jahr 1864, das Original der Gavotte wurde 1869 ebenso für Klavier entworfen. Auf die Ouvertüre folgt ein beschwingte(re)s Menuet, an letzter Stelle nach der Gavotte steht die Pastorale.

Notenbeispiel aus der aktuellen historisch-kritischen Ausgabe der 'Masques et bergamasques' von Gabriel Fauré (Original komp. 1919; hier Bärenreiter Verlag)

Notenbeispiel aus der aktuellen historisch-kritischen Ausgabe (Original komp. 1919; hier Bärenreiter Verlag)

Der Umstand, dass der Gesamtkomposition das Libretto zu einer Bühnenmusik von René Fauchois zugrunde liegt, die wiederum auf den “Masken” der Commedia dell’Arte beruht, ist wohl die Ursache dafür, dass man meinen könnte, es handle sich um ein taufrisches Jugendwerk, wäre es dafür nicht harmonisch und in der Satzstruktur doch zu komplex …  In Wahrheit komponierte es Fauré im Alter von 73 Jahren in dieser Gestalt, veränderte und orchestrierte dafür die vorhandenen Klavierstücke. Besonders die muntere Ouvertüre und das Menuett strahlen energiegeladene Lebendigkeit aus.

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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