Interview mit Rami Vierula (Delay Trees)

„Wir erleben inzwischen eine andere Form der Melancholie“

Am Freitag erscheint mit Let Go (Soliti) das vierte Album der finnischen Delay Trees. Ein Album, mit dem die Band auf Basis erlesener Gitarren-Sounds erneut emotionale Verdichtung und melodische Verzückung in den Fokus ihres Schaffens rückt. Und somit auch bei den eigenen Anfängen anknüpft, als man mit grandiosen Songs wie Tarantula / Holding On oder Pattern in Windeseile zum Thema in Dream Pop-, Postrock- und Shoegaze-Kreisen wurde. Schließlich ging es im Gespräch mit Rami Vierula auch darum, den zehnten Jahrestag der Gründung gebührend anzugehen, derweil, so der Sänger und Gitarrist, Helsinki am Tag nach einem Schneesturm nur noch von grauen Trauergestalten bevölkert zu sein scheint.

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Rami Vierula, Delay Trees (Soliti Records)

Rami Vierula, Delay Trees (Soliti Records)

amusio: „Hi Rami, im Gegensatz zu deinen Nachbarn scheinst du aber gut drauf zu sein. Und laut deinem jüngsten Facebook-Eintrag angenehm angespannt im Hinblick auf den anstehenden Release. Empfindest du Vorfreude vielleicht als die schönste Freude?“

Rami Vierula: „Das könnte schon sein. Ich glaube, es kommt ganz darauf an, worauf man sich freut und welche Erwartungen an das Erwartete geknüpft werden. Wenn man, wie ich im Falle von Let Go, nicht genau weiß, was einem blüht, nährt das Warten natürlich auch die Ungeduld. Ansonsten besitzt die Vorfreude einen entscheidenden Vorteil: Sie existiert zunächst einmal unabhängig von der Erfüllung. Oder sie kippt um. Ins Hoffen und Bangen. So wie bei mir im Moment im Hinblick auf die neue Twin Peaks-Staffel. Ich hoffe so sehr, dass sie mich nicht enttäuschen wird…“

amusio: „Bis dahin wird euer neues Album längst veröffentlicht sein. Was ist da eigentlich auf dem Cover-Artwork abgebildet?“

Delay Trees: "Let Go" (Soliti Records)

Delay Trees: “Let Go” (Soliti Records)

Rami Vierula: „Es handelt sich um Metallstreifen. was aber kein irreführender Hinweis sein soll. Auch wenn ich zuletzt nach langer Zeit noch mal auf einem Metal-Konzert war (lacht). Aber ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so genau, worum es sich handelt. Da müsste ich mich nochmals bei unserem zweiten Gitarristen Lauri erkundigen. Denn der hat das Photo gemacht, an seinem Arbeitsplatz. Der kennt sich mit Metall aus. Aber für mich ist es nicht entscheidend zu wissen, ob es sich jetzt um Aluminium oder ein anderes Material handelt. Mir ist wichtig, dass es wie ein abstraktes Gemälde wirkt. Diese Ästhetik gefällt mir sehr.“

amusio: „Ich hätte auf den gekrümmten Kamm einer Spieluhr getippt…“

Rami Vierula: „Oh, das gefällt mir ja noch besser! Ich glaube, genau das sollten wir fortan behaupten (lacht).“

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